Der VW-Betriebsrat hat nach eigenen Angaben weiter keine konkreten Zahlen zu einem möglichen neuen Personalabbau erhalten. Zwar habe der Konzernvorstand der Arbeitnehmervertretung ein umfangreiches Antwortpaket zu zuvor gestellten Fragen übermittelt, heißt es in einer Mitteilung des Betriebsrats im Intranet des Konzerns, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Aber konkrete Ziele für einen Stellenabbau tauchten darin nicht auf, obwohl mögliche Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahl natürlich Teil der Fragen waren, so der Betriebsrat.
Das «Manager Magazin» hatte am Freitag berichtet, der Konzern wolle seinen Sparkurs deutlich verschärfen. Bis zu 100.000 Stellen könnten weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant. Vier Werken des VW-Konzerns in Deutschland droht demnach die Schließung: Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm. VW bestätigte auf Anfrage nur, dass der Konzernvorstand «intensiv an einem Zukunftsplan für die Neuaufstellung des Unternehmens» arbeite, nannte aber keine Details.
Konzernchef Oliver Blume hatte bereits im Frühjahr angekündigt, an einem neuen «Zielbild 2030» für den Konzern zu arbeiten und dabei auch den Sparkurs deutlich verschärfen zu wollen. Der Betriebsrat stellte daraufhin nach eigenen Angaben im Mai 86 Fragen zum Thema. Die Antwort sei vergangene Woche am Donnerstagabend gekommen. Das Paket umfasse 43 Seiten, die derzeit vom Betriebsrat ausgewertet würden.
Laut «Manager Magazin» sollen die Pläne des Konzernvorstands am 9. Juli dem Aufsichtsrat vorgelegt werden. IG Metall und VW-Betriebsrat hatten umgehend Widerstand dagegen angekündigt. Arbeitnehmervertreter stellen im Aufsichtsrat normalerweise die Hälfte der Mitglieder. Derzeit sind sie laut Betriebsrat sogar in der Mehrheit. Grund ist der Rückzug der Kandidatin Susanne Wiegand Mitte Juni. Dadurch sei derzeit einer der Sitze der Kapitalseite unbesetzt.
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