Die in Schieflage geratene Volksbank Braunschweig-Wolfsburg (Brawo) holt einen Sanierungsexperten in den Vorstand. Heiner Arnoldi sei mit sofortiger Wirkung als weiteres Mitglied in den Vorstand bestellt worden, teilte Niedersachsens zweitgrößte Volksbank mit. Der 62-jährige Restrukturierungsexperte solle «schwerpunktmäßig die erforderliche Restrukturierung vorantreiben und damit maßgeblich zur Sanierung beitragen», hieß es in der Mitteilung.
Arnoldi war den Angaben zufolge zuletzt Sonderbeauftragter der Bafin bei der Volksbank Düsseldorf Neuss. Bei der Volksbank Brawo erhalte der gebürtige Münchner zunächst einen Zwei-Jahres-Vertrag. «Ich trete mein Mandat mit Freude und Respekt an», sagte er laut Mitteilung. «Wir werden jetzt zeitnah in die Restrukturierung einsteigen und zügig damit beginnen, die Komplexität zu reduzieren, um die Neuausrichtung der Volksbank Brawo zu starten.»
Beteiligungskonzept auf dem Prüfstand
Die Volksbank Brawo hatte Anfang Mai seinen bisherigen Vorstandsvorsitzenden Jürgen Brinkmann mit sofortiger Wirkung freigestellt. Zugleich kündigte die Genossenschaftsbank an, die Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) anzurufen und dort «vorsorglich» einen Antrag auf Deckungsmaßnahmen zu stellen. Die bisherige Geschäftsstrategie werde «einer kritischen Prüfung» unterzogen.
Hintergrund sind damaligen Angaben zufolge Risiken, die aus Wertberichtigungen resultieren. Ursache ist Branchenkreisen zufolge das für eine Volksbank ungewöhnlich breite Beteiligungsgeflecht des Geldhauses. Die Volksbank Brawo ist neben dem eigentlichen Bankgeschäft an mehr als 400 Firmen beteiligt.
Die Volksbank Brawo ist laut BVR die nach Bilanzsumme zweitgrößte Genossenschaftsbank in Niedersachsen - nach der Hannoverschen Volksbank. Sie war 2005 aus der Fusion der Volksbanken Braunschweig und Wolfsburg hervorgegangen. Hinter der Volksbank Brawo stehen rund 54.000 Genossenschaftsmitglieder. Die Brawo Group hat nach eigenen Angaben 3.400 Mitarbeiter an knapp 200 Standorten.
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