Obwohl am Ende die erneute Zündung eines Teils der europäischen Rakete Ariane 6 nicht funktionierte, bewertet der Raumfahrt-Experte Martin Tajmar den Jungfernflug als «großen Erfolg». «Da kann viel schiefgehen, und ein bisschen was ist gegen Ende auch schiefgegangen, aber der Start und der Erfolg, dort hingekommen zu sein, wiegt alles auf», sagte Tajmar, der an der TU Dresden die Professur für Raumfahrtsysteme innehat und am Ariane-Projekt nicht beteiligt ist.
Die Rakete war am Dienstag vom Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana gestartet. Der Flug verlief zunächst planmäßig, und die Trägerrakete brachte mehrere Satelliten ins Weltall. Am Ende des Flugs sollte der in Bremen montierte oberste Teil erneut zünden und diesen Teil quasi umdrehen. So sollte er wieder in die Erdatmosphäre eintreten und dabei verglühen. Weil die Wiederzündung nicht klappte, verbleibt diese Oberstufe nun im All.
«Es ist eine große Überraschung, dass nur so wenig nicht funktioniert hat», bewertet Tajmar den Vorfall. Insgesamt hatte die Rakete 17 Nutzlasten an Bord, also etwa Satelliten. Bei 15 sei alles nach Plan verlaufen, bei den beiden Wiedereintrittsexperimenten nicht, erklärte der Fachmann.