Konzentriert blickt Ingo Hellmann auf eine Konsole mit Monitor und zwei Joysticks vor ihm. Während um ihn herum im Kontrollraum des Flugplatzes im ostfriesischen Norddeich Flug- und Schiffsbewegungen über mehrere Monitore flimmern, macht Hellmann eine Drohne startbereit – vom Schreibtisch aus. «Haben wir irgendetwas in der Luft?», fragt Hellmann seine Kollegin, die neben ihm die Monitore beobachtet. «Negativ, ist alles weit weg», antwortet sie. Der Luftraum über der Nordsee ist frei für einen Testflug.
Denn seit wenigen Wochen testet die Fluggesellschaft Frisia Luftverkehr Norddeich (FLN) einen Frachtverkehr zwischen dem Festland und der Insel Juist mit der Drohne. Dafür ist an das Fluggerät ein kleiner Kasten montiert. Bis zu sechs Kilogramm schwere Lasten kann die Drohne so transportieren – heute ist die Box allerdings leer, getestet werden sollen die Flugbedingungen.
Durch die Fenster des Kontrollraums ist zu sehen, wie nach einem Befehl auf der Konsole die vier Rotoren der grau-schwarzen Frachtdrohne anfangen, sich auf dem Vorfeld des Flugplatzes zu drehen. Dann geht die Drohne in die Luft. «Sie wird nun auf die Flughöhe von 100 Meter steigen», erklärt Hellmann, während er den Start am Bildschirm verfolgt. Danach fliegt die Drohne auf ihrer rund 13 Kilometer langen Strecke nach Juist eingespeicherte Wegmarken automatisch ab. Vom Flugplatz aus geht es Richtung Norddeicher Hafen, über das Wattenmeer in Richtung einer Landefläche nahe dem Inselhafen.