Der Fahrgastverband Pro Bahn in Niedersachsen warnt vor der Schließung von Fahrkartenschaltern nach dem Aufbau von Video-Reisezentren. Grundsätzlich befürworte der Verband den Verkauf von Bahntickets auf diese Art - allerdings unter einer Bedingung: «Es darf nicht dazu führen, dass personenbedienter Verkauf abgebaut wird», sagte der Landesvorsitzende Malte Diehl der Deutschen Presse-Agentur.
In Norden in Ostfriesland soll dies jedoch ab Dezember passieren. «In Norden wird ausschließlich ein Video-Reisezentrum stehen», teilte eine Sprecherin der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) mit. Zuvor stand im Raum, dass auch in Emden und Leer der Verkauf durch einen Mitarbeiter an einem Fahrkartenschalter geschlossen werden sollte. Für diese Standorte sowie in Nienburg seien jedoch «weitere Lösungen mit Personal vorgesehen». Laut einer Sprecherin der Deutschen Bahn (DB) sollen in Emden und Leer Fahrscheine künftig über externe Partner verkauft werden.
Landesweit gibt es nach Angaben der Bahn acht Video-Reisezentren, unter anderem in Bad Fallingbostel, Melle und Vienenburg. Bei dem Angebot beraten DB-Mitarbeitende die Kundschaft ähnlich wie in einem Reisezentrum - nur über Bildschirme in einem Videotelefonat. Reisende können die Arbeit auf den Monitor verfolgen und entscheiden, ob sie bar oder mit Karte bezahlen möchten. Im kleinsten Bundesland Bremen betreibt die Deutsche Bahn derzeit keine dieser Verkaufsstellen. Laut DB-Sprecherin sind sie dort derzeit auch nicht geplant.