PHP-Sicherheitslücke: Behörden und Hochschulen in Niedersachsen schalten Webseiten ab
Wegen einer weltweiten gravierenden Sicherheitslücke haben auch viele Behörden in Niedersachsen ihre Webseiten vorübergehend abgeschaltet. Etwa teilten die Kreisverwaltungen der Landkreise Cuxhaven, Harburg und Hameln-Pyrmont mit, Webseiten aufgrund der Sicherheitslücke vorsorglich vom Netz genommen zu haben. Sowohl die Internetauftritte als auch Online-Dienstleistungen seien vorerst nicht zu erreichen, hieß es. In Hannover schaltete das Verkehrsunternehmen Üstra wegen der Sicherheitslücke seine Website vorübergehend ab. «Auch der Fahrkartenkauf und die Anzeige von gekauften Fahrkarten in der App sind betroffen», teilte das Unternehmen mit. Es werde mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet. Auch Webseiten der Niedersächsischen Landesregierung, etwa von Ministerien, sowie von Polizeibehörden und Hochschulen sind seit dem Nachmittag nicht mehr erreichbar. Dort sind teils Hinweise auf Wartungsarbeiten zu lesen – ob diese mit der Sicherheitslücke zusammenhängen, war zunächst nicht klar. Die Universität Göttingen teilte etwa mit: «Es handelt sich um eine Vorsichtsmaßnahme, um die Sicherheit der Daten und der IT-Infrastruktur der Universität Göttingen gewährleisten zu können.» Betroffen von der Sicherheitslücke ist die weit verbreitete Programmiersprache PHP, auf der ein Großteil des gesamten Internets basiert - von einfachen Blogs über große Nachrichtenportale bis hin zu komplexen Onlineshops und Content-Management-Systemen wie WordPress. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gab eine offizielle Cybersicherheitswarnung heraus. Die Behörde ordnete das Risiko mit der Warnstufe «3 / Orange» als außerordentlich hoch ein. Dies bedeutet, dass unverzüglich Gegenmaßnahmen ergriffen werden müssen, da eine massive Beeinträchtigung des Regelbetriebs droht. Das BSI wies in seiner Mitteilung explizit darauf hin, dass von den Schwachstellen ein herausragendes Bedrohungspotenzial ausgeht. Wie lang die Webseiten nicht zugänglich sein werden, war nicht absehbar. Der Landkreis Cuxhaven etwa wies aber darauf hin, die Kreisverwaltung sei weiterhin über ihre Social-Media-Kanäle erreichbar. Auch bereits vereinbarte Termine in der Kreisverwaltung könnten wie geplant wahrgenommen werden. Vom Landkreis Hameln-Pyrmont hieß es, im Laufe des Mittwochabends sollten notwendige Sicherheitsupdates installiert werden. Sobald die Sicherheitslücke geschlossen sei, sollten die Server wieder gestartet werden. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenCybersicherheitswarnung