Das Ende des Erstflugs der neuen europäischen Trägerrakete Ariane 6 ist nicht wie vorgesehen abgelaufen. Dennoch werten die Beteiligten den Flug durchgehend als klaren Erfolg. Ein Hilfsantrieb in der Oberstufe zündete zwar zunächst, stoppte dann aber, wie der Chef des Raketenbauers ArianeGroup, Martin Sion, sagte. «Wir haben ein Vorkommnis, das wir noch nicht verstehen» - nämlich warum der Hilfsantrieb gestoppt habe. «Aber der Rest der Mission verlief nach Plan.»
Vorgesehen war, dass die Rakete bei ihrem Jungfernflug 17 Nutzlasten ins All bringt. Am Ende sollte die Oberstufe auf dem Weg zurück zur Erde verglühen. Weil der Hilfsantrieb stoppte, zündete das Vinci-Triebwerk der Oberstufe nicht erneut, um die zwei letzten technischen Passagiere auszusenden. Sie werden nun in der Oberstufe bleiben, die im All verbleibt.
Sion erklärte, bei dem Flug habe es zunächst die Startphase gegeben, in der mehrere Satelliten ausgeliefert wurden. «Alles lief perfekt.» Danach habe es eine Demonstrationsphase gegeben, um zu schauen, wie sich die Oberstufe der Rakete in sogenannter Mikrogravitation verhält, einem Zustand, in dem die Gravitationskraft nicht oder extrem schwach wirkt.