Wegen verspäteter oder gestrichener Flüge sind im vergangenen Jahr erneut mehr als 5.500 Entschädigungsklagen gegen Airlines bei Gerichten im Nordwesten eingegangen. Am Amtsgericht Hannover wurden nach Angaben des Deutschen Richterbundes 4.221 Klagen registriert, in Bremen 1.337. Damit bleiben die Zahlen in etwa auf dem hohen Niveau des Vorjahres. 2024 waren in Hannover noch 4.340 Klagen eingegangen, in Bremen 1.335.
Im bundesweiten Vergleich der 19 größten Flughafenstandorte liegen Hannover und besonders Bremen jedoch auf den hinteren Plätzen. Die meisten Klagen gab es in Köln (22.491), Frankfurt am Main (19.374) und am Amtsgericht Königs Wusterhausen (19.239), das für den Hauptstadtflughafen BER zuständig ist.
Klagen von Fluggästen belasten Gerichte zunehmend
Deutschlandweit wurden im vergangenen Jahr mehr als 121.000 Klagen von Reisenden registriert. Das waren zwar rund 10.000 weniger als im Vorjahr, aber mit rund 37.000 Verfahren deutlich mehr als noch vor fünf Jahren. Die Verfahren von Fluggästen machten an vielen Gerichten inzwischen deutlich mehr als die Hälfte aller Zivilfälle aus, heißt es vom Richterbund.
Die Kunden verlangen meist Entschädigungen für ausgefallene oder verspätete Flüge, teils geht es auch um Streitigkeiten aus Reiseverträgen. Fluggäste können nach Justizangaben wählen, ob sie am Sitz der Airline oder am Abflugort klagen. Zunehmend nutzen sie dafür Portale, um ihre Ansprüche schnell und einfach durchzusetzen. Dafür müssen sie einen Teil der Entschädigung abgeben.
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