Zahlreiche Straßen und Brücken in Niedersachsen sind nach Einschätzung des Landesrechnungshofs in einem schlechten Zustand. In den kommenden Jahren drohe die Infrastruktur im Bundesland weiter zu verfallen, hieß es im Jahresbericht des Landesrechnungshofs, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Bei vielen Brücken reiche die Tragfähigkeit bereits für die heutige Verkehrsbelastung kaum aus.
«Das Land hat seine Infrastruktur zu lange vernachlässigt und muss hier stärker Prioritäten setzen», kritisierte Sandra von Klaeden, Präsidentin des Landesrechnungshofs. Die Kosten für die Beseitigung von Mängeln an Landesgebäuden würden sich auf rund 1,8 Milliarden Euro belaufen, allein für dringende Sanierungsmaßnahmen seien es hunderte Millionen.
Ministerium: Infrastruktur weit weg von Ideal-Zustand
Das Verkehrsministerium konstatierte, dass die Infrastruktur weit weg sei von ihrem Ideal-Zustand. «Der Winter und dieses Jahr noch einmal zusätzlich die Hochwasserlage haben unseren Straßen und Brücken insgesamt noch einmal arg zugesetzt. Deshalb haben wir zum einen den Nachtragshaushalt beschlossen, mit dem unter anderem auch die Schäden an der Straßeninfrastruktur behoben werden sollen», teilte ein Ministeriumssprecher mit.