Niedersachsen will in den kommenden Jahren massiv in seine Infrastruktur investieren. Pünktlich zum Straßenbautag in Lüneburg kündigte Bauminister Grant Hendrik Tonne (SPD) dazu ein Zukunftsprogramm über rund 1,8 Milliarden Euro an. Davon profitieren sollen vor allem Straßen und Brücken, Busse und Bahnen, die Häfen und der Wohnungsbau.
Rund 500 Millionen Euro sind nach Angaben des Ministeriums für die Sanierung von Landesstraßen und Radwegen sowie für den «Masterplan Brücke» und die Stärkung der Straßenmeistereien vorgesehen. Weitere 500 Millionen Euro sollen in den öffentlichen Nah- und Schienenverkehr gehen, unter anderem zur Finanzierung des Azubitickets und für neue Fahrzeuge. Für den Bau bezahlbarer Wohnungen sind 400 Millionen Euro eingeplant, 375 Millionen Euro sollen in die Modernisierung der niedersächsischen Häfen fließen.
Tonne setzt auf Tempo
Finanziert werden soll das Programm über den Nachtragshaushalt 2025 sowie über Mittel aus dem niedersächsischen Anteil am Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität.
Tonne kündigte an, das Geld so schnell wie möglich einzusetzen. «Es soll sehr schnell vorangehen, zügige Fortschritte sind notwendig», sagte er. Am besten gelinge das, wenn Landesbehörden, Bauwirtschaft, Ingenieurkammer und Planungsbüros eng zusammenarbeiten. Noch in diesem Jahr will das Ministerium mit den Akteuren eine «Charta für Infrastruktur» abschließen, um Kooperationen bei Bauvorhaben festzuschreiben.
Viele Baustellen im ganzen Land
Schon jetzt wird an vielen Stellen gebaut. Dem Ministerium zufolge setzt die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr derzeit sechs neue Ortsumgehungen um, unter anderem in Celle, Eschershausen und Wunstorf. Außerdem laufen 14 weitere Projekte an Bundesstraßen und -brücken, darunter Arbeiten am Südschnellweg in Hannover mit einem Finanzvolumen von rund 250 Millionen Euro allein in diesem Jahr.
Auch auf Landesstraßen geht es weiter: Rund 110 Millionen Euro stehen 2025 für Sanierungen bereit. Neun Ortsdurchfahrten werden erneuert, dazu kommen fünf neue Radwege.
ADAC warnt vor Staus und Sperrungen
Der ADAC machte deutlich, dass marode Straßen und Brücken erhebliche Folgen für den Verkehr haben können. Sperrungen oder Tempolimits belasten den Verkehrsfluss und sorgen für Umwege. Besonders kritisch sei das Schnellwegsystem um Hannover: Fielen dort Brücken aus, hätte das Folgen für das gesamte Stadtgebiet.
Baustellen seien zwar lästig, aber unvermeidlich, betonte der Club. Weil viele Projekte gleichzeitig laufen, werde ein abgestimmtes Baustellenmanagement immer wichtiger. Autofahrer sollten in und vor Baustellen besonders aufmerksam fahren. Dort passierten häufig schwere Unfälle.
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten