Mitten auf der Nordsee vor der Südküste Dänemarks weckt ein Frachter die Aufmerksamkeit der Besatzung der zweimotorigen Propellermaschine Dornier 228 LM – das Kürzel LM steht für «Luftüberwachung für Meeresverschmutzung». Die drei Soldaten an Bord der Maschine des Marinefliegergeschwaders 3 «Graf Zeppelin» aus Nordholz – zwei Piloten und ein Operator – halten an diesem Nachmittag im Auftrag des Havariekommandos aus der Luft Ausschau nach möglichen Umweltsündern in der Deutschen Bucht.
«Kevin, schau mal auf zwei Uhr», funkt Pilot Benjamin aus dem Cockpit an den Operator im hinteren Teil des Flugzeugs und weist auf einen verdächtigen Frachter hin. «Wir fliegen mal hin.» Während sich das Flugzeug dem Frachter nähert, schaut Operator Kevin auf zwei große Bildschirme. Auf einem ist das Live-Bild einer Kamera, die unter dem Flugzeug montiert ist, zu sehen. Der Techniker zoomt mit der Optik an das Schiff heran. Auf dem Frachter ist zu erkennen, wie viel Wasser vom Deck ins Meer fließt.
«Das sieht aus wie eine Reinigung», sagt der Operator und gibt damit Entwarnung. «Das wird Seewasser sein.» Das Deck mit Seewasser zu reinigen und es danach in die Nordsee einzuleiten, sei erlaubt, erklärt der 36-Jährige. Einen Verstoß stellt die Besatzung nicht fest.