Stau, zugeparkte Einmündungen, riskante Wendemanöver: Um gefährliche Situationen durch Elterntaxis vor dem Schulgebäude zu verhindern, setzen einige Schulen in Niedersachsen auf Straßensperrungen. Das Verkehrsministerium in Hannover hatte im Frühjahr in einem Schreiben Kommunen, Städte und Landkreise Rechtssicherheit gegeben, sogenannte Schulstraßen einzurichten. Diese sind während der Bring- und Abholzeit oder auch während der gesamten Unterrichtszeit für den motorisierten Verkehr gesperrt. So soll der Schulweg für Mädchen und Jungen zu Fuß, per Fahrrad oder Tretroller sicherer werden.
In Hannover gibt es bisher nur eine Schulstraße
Auch an der Albert-Schweitzer-Schule in Hannover gab es früher viele brenzlige Begegnungen von Autos und Schulkindern. «Wenden ist immer eine gefährliche Situation, wenn die Kinder unter dem Rückspiegelniveau laufen», sagt Lehrer Ekkehard Oehler-Austin. Passiert sei zum Glück nie etwas. «Aber es war ein paar mal knapp.» Inzwischen sei die Sackgasse morgens und nachmittags für den Durchgangsverkehr gesperrt. «Die Kinder finden das super, weil sie nicht mehr aufpassen müssen.» Die Einrichtung der Schulstraße erfolgte bereits 2017 und sei leicht umsetzbar gewesen, weil es dort keine direkten Anwohner gebe, die sich behindert fühlen könnten. Andere Schulstraßen sind in Hannover laut einem Stadtsprecher zurzeit nicht geplant.
In Wietze im Landkreis Celle formierte sich dagegen lautstarker Protest: Dort fühlen sich Anwohner einer Straße in der Nachbarschaft der Schule belästigt durch den verstärkten Ausweichverkehr vor ihrer Haustür, es gab nach Medienberichten sogar eine Klagedrohung. Die Stadt hatte den Eltern zwar Alternativparkplätze in Schulnähe angeboten, diese seien allerdings nicht ausreichend angenommen worden. Wie es dauerhaft mit der Straßensperrung weitergeht, steht nach Landkreis-Angaben noch nicht fest. Bis Mitte 2026 soll der Verkehrsversuch noch dauern.