Die Ausmaße der wuchtigen, schwarz angestrichenen Ungetüme sind immens. Mehr als 2.000 Tonnen schwer, 47 Meter lang und rund 21 Meter hoch - damit ist jedes der drei neuen Tore für die neue Schleusenkammer am Nord-Ostsee-Kanal im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel so hoch wie ein siebenstöckiges Haus.
Nach rund sechs Jahren Bauzeit, in denen die drei Schiebetore in Dutzenden vorgefertigten Einzelteilen auf dem Gelände der ehemaligen Nordseewerke im ostfriesischen Emden zusammengebaut wurden, sind die Stahlbauteile nun fast fertig. Auf ferngesteuerten Schwerlastmodulen wurde das letzte der drei Tore Stück für Stück aus der Montagehalle 119 auf eine Freifläche bugsiert.
Bei dem Manöver war Fingerspitzengefühl gefragt: Die hohen Bauten hätten nicht in Schräglage geraten dürfen, erklärte Jörn Eggert, Projektleiter der bauausführenden Arbeitsgemeinschaft in Emden. Die Fahrmodule mit über 130 Achsen sorgten dafür, dass der Koloss unabhängig vom Untergrund in der Waage blieb. «Das muss auch sein, denn bei einer Höhe von 20 Metern dürfen wir uns keine zwei Grad Neigung reinholen. Dann kippt das ganze Ding um.» Entsprechend langsam schob sich das Bauteil aus der Halle auf seine Position.