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Auswertung: Sparkassen zahlen aufs Tagesgeld oft kaum Zinsen

Dem Vergleichsportal Verivox zufolge bieten 43 Prozent der untersuchten Sparkassen keine oder kaum Zinsen aufs Tagesgeld. (Symbolbild) / Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa
Dem Vergleichsportal Verivox zufolge bieten 43 Prozent der untersuchten Sparkassen keine oder kaum Zinsen aufs Tagesgeld. (Symbolbild) / Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

Das Vergleichportal Verivox hat Angebote von 127 Kreditinstituten in Norddeutschland untersucht. Ein Ergebnis: Nahezu jede zweite Sparkasse bietet keine oder kaum Zinsen auf das Tagesgeld.

Nahezu jede zweite Sparkasse in Norddeutschland bietet auf das Tagesgeld nach einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox keine Zinsen oder einen Niedrigzinssatz bis 0,25 Prozent. Von 58 untersuchten Sparkassen liegt der Anteil der Banken, die so verfahren, bei 43 Prozent, wie Verivox mitteilte. Von 61 untersuchten Genossenschaftsbanken zahlt demnach jede dritte Bank keine Zinsen oder offeriert bis 0,25 Prozent.

Ein Tagesgeldkonto ist ein Bankkonto, auf dem Sparer flexibel über ihr Geld - oft ihren Notgroschen - verfügen können. Festgeldkonten bieten höhere, feste Zinsen. Auf das Geld können Kunden aber nicht kurzfristig zugreifen. 

Verivox hat nach eigenen Angaben die Konditionen von 127 Kreditinstituten in Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern untersucht. Das Vergleichsportal aus Heidelberg hat Geldhäuser berücksichtigt, die ihre Konditionen zum 26. März im Internet veröffentlicht haben. Verivox hat angenommen, dass 10.000 Euro angelegt werden sollen. 

Überregionale Banken bieten höhere Zinsen

Mehr Tagesgeldzinsen als die Sparkassen und Genossenschaftsbanken zahlen laut Untersuchung tendenziell die acht überregionalen Banken, die ihren Firmensitz in Norddeutschland haben. Alle verzinsen Tagesgeld mit mehr als 0,25 Prozent, wie Verivox der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Nach Bewertung des Geschäftsführers der Verivox-Finanzsparte, Oliver Maier, kommt ein Bankenwechsel für viele Kunden lokaler und regionaler Kreditinstitute dennoch nicht infrage. «Sparkassen und Volksbanken sind in ihren Kommunen oft tief verwurzelt und haben einen besonders treuen und weniger preissensiblen Kundenstamm.»

Geringere Unterschiede beim Festgeld

Beim Festgeld fallen die Zinsunterschiede zwischen den Bankengruppen geringer aus als beim Tagesgeld: Bundesweit verfügbare Angebote mit zwei Jahren Laufzeit bringen laut Verivox im Schnitt einen Zinssatz von 2,09 Prozent. Norddeutsche Sparkassen zahlen demnach durchschnittlich 1,58 Prozent und die Genossenschaftsbanken 1,68 Prozent.

Hamburger Sparkasse rät zu Aktiensparplänen

Die Hamburger Sparkasse (Haspa), Deutschlands größte Sparkasse nach Bilanzsumme, teilte auf Anfrage mit: Das «Haspa Cashkonto», das in der Auswertung aufgeführt wird, werde seit drei Jahren nicht mehr angeboten. Ein Verivox-Sprecher entgegnete, dass die Bank das Konto in einem Preisaushang auf der Website aufführe. 

Eine Banksprecherin berichtete, Tagesgeld verzinse die Bank mit 0,25 Prozent. «Aus unserer Sicht ist Tagesgeld für einen langfristigen Vermögensaufbau jedoch nicht geeignet», sagte sie. Dafür empfehle die Bank Aktiensparpläne. «Wir wollen zudem keine Lockangebote machen, die nur kurz gelten, nur Neukunden belohnen und Bestandskunden verärgern.» Das sei nicht Stil der Haspa. Festgeld werde mit bis zu 2,3 Prozent verzinst. Laut Website muss das Geld dazu sieben Jahre lang angelegt werden.

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