Niedersachsens Städte und Gemeinden haben 2024 ein Rekordminus verbucht. Mit 3,75 Milliarden Euro sei das Defizit so hoch wie noch nie in der Geschichte ausgefallen, teilte die Bertelsmann Stiftung auf Basis ihres Kommunalen Finanzreports mit. Gegenüber dem bisherigen Rekordminus 2023 von damals 1,4 Milliarden Euro habe sich der Fehlbetrag mehr als verdoppelt.
Grund für das Loch im Haushalt sind den Angaben zufolge vor allem steigende Ausgaben bei stagnierenden oder sogar sinkenden Einnahmen. Die Ausgaben der Kommunen seien binnen Jahresfrist um neun Prozent gewachsen, die Steuereinnahmen hätten aber angesichts der schwachen wirtschaftlichen Lage stagniert.
Allein die Ausgaben für Personal hätten sich binnen zehn Jahren nahezu verdoppelt, weil neue Mitarbeiter eingestellt worden und zudem die Tariflöhne gestiegen seien. Die Sozialausgaben seien binnen zwei Jahren um ein Viertel auf rund zehn Milliarden Euro gestiegen. Viele soziale Ausgaben seien zwar gesetzlich vorgeschrieben, aber nicht vom Bund gegenfinanziert, hieß es.