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Wo Abkühlung finden? Tipps für heiße Tage im Norden

Der Parkfriedhof bietet schattige Plätze an heißen Tagen. (Archivbild) / Foto: Christian Charisius/dpa
Der Parkfriedhof bietet schattige Plätze an heißen Tagen. (Archivbild) / Foto: Christian Charisius/dpa

Kühle Kirchen und Museen, schattige Friedhöfe und Wälder: Im Norden gibt es viele Orte zur Abkühlung abseits von See und Meer. Wo es besonders angenehm bleibt – und was bei Hitze zu beachten ist.

Die Hitze ist im Norden angekommen – und damit auch die Frage, wie man damit am besten umgeht. Wo gibt es Abkühlung auch außerhalb von Meer und Badesee, darf man seinen Rasen eigentlich noch wässern und was tun bei Kreislaufbeschwerden? Ein Überblick:

Worauf sollte ich bei Hitze besonders achten?

Das Team des Klinikums Lüneburg rät, körperliche Anstrengungen zu vermeiden oder auf die kühleren Morgen- und Abendstunden zu verlegen. Zur Kühlung helfen feuchte Tücher auf Nacken und Gelenken, kühle Duschen sowie Fußbäder. Zudem gilt im Norden ebenso wie im Rest der Republik, viel zu trinken und auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr zu achten. Man solle nicht erst warten, bis sich ein Durstgefühl bemerkbar macht, teilte der Chefarzt für Akut- und Notfallmedizin vom Klinikum Lüneburg, Nomayy Oweidi, mit. 

Damit das problemlos auch unterwegs geht, gibt es in vielen Städten und Gemeinden mittlerweile Trinkwasserbrunnen und sogenannte Refill-Stationen auch in Cafés, wo Wasserflaschen kostenlos wieder aufgefüllt werden können. 

Wo finde ich Abkühlung?

Bei Hitze zieht es viele Menschen zur Abkühlung in Freibäder, ans Meer oder an den Badesee. Aber auch an anderen Orten, die auf den ersten Blick nicht nach Sommer aussehen, lässt es sich hervorragend erfrischen: Immer mehr Städte und Kreise wie Hamburg, Kiel, Flensburg und der Kreis Stormarn haben im Internet Kühle-Orte-Karten und Tipps gegen Hitze veröffentlicht.

So wird etwa empfohlen, öffentliche, klimatisierte Räume wie Bibliotheken oder Einkaufspassagen zur Abkühlung zu nutzen. Auch geöffnete Kirchen oder Museen bieten Erfrischung. Unter dem Motto «Kühle Kirchen» machen nach Angaben der Nordkirche besonders viele Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern mit: «Ob riesiger Dom oder kleine Dorfkirche – sie alle bieten sich als unkomplizierte Pausenräume an, in denen Atem geschöpft und Kraft getankt werden kann.» Denn die dicken Mauern bieten selbst bei extremen Außentemperaturen einen verlässlich kühlen Ort. 

Wer lieber draußen sein mag, kann in Wäldern oder auch beispielsweise auf parkähnlichen Friedhöfen wie dem Ohlsdorfer Friedhof unter alten Bäumen spazieren gehen oder sich auf einer Bank ausruhen. 

Auch in vielen Zoos gibt es kühle Orte – etwa das Polarium im Rostocker Zoo oder die Tierwelt «Eismeer» im Tierpark Hagenbeck. Und in der Segeberger Kalkberghöhle lockt nicht nur eines der bedeutsamsten Winterquartiere, sondern auch angenehm frische 10 Grad Celsius Temperatur. 

Wie ist die Wasserqualität in Badegewässern im Norden?

Und auch das Bad in Meer oder See ist natürlich möglich. Aktuell sind die allermeisten Badegewässer in den Nord-Bundesländern geöffnet. Die Gewässer werden regelmäßig kontrolliert, um allgemeine Gesundheitsrisiken durch das Baden weitgehend auszuschließen. Es wird empfohlen, sich vor einem Besuch über die aktuelle Situation vor Ort zu informieren. 

Denn grundsätzlich kann mit steigender Wassertemperatur in Binnengewässern das Potenzial für Algenblüten und Bakterien zunehmen, «weshalb vermehrt mit Badewarnungen und Badeverboten gerechnet werden muss», wie das schleswig-holsteinische Gesundheitsministerium mitteilte. Für einige wenige Badestellen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern wurden Badewarnungen und auch -verbote ausgesprochen – etwa wegen Blaualgen und Zerkarien. 

Beim Hautkontakt mit Blaualgen – eigentlich Bakterien – können Reizungen oder allergische Reaktionen auftreten, wie auch das Land Mecklenburg-Vorpommern mitteilt. Beim Verschlucken größerer Mengen Wasser könne es eventuell auch zu Übelkeit und Erbrechen kommen. 

Darf ich meinen Pool noch auffüllen oder droht Wasserknappheit?

Wasserknappheit droht etwa in Schleswig-Holstein und Hamburg derzeit nicht, wie Versorger betonen. Dennoch appellieren sie an die Verbraucher mit Blick auf die heißen Tage, sparsam mit Wasser umzugehen. «Bitte verzichtet auf nicht lebensnotwendige Wasserverbräuche wie beispielsweise das Befüllen von Pools oder die Bewässerung von Rasenflächen», wenden sich beispielsweise die Stadtwerke Südholstein an ihre Kundinnen und Kunden. 

«Mit einfachen Maßnahmen kann jede und jeder dazu beitragen, dass die Versorgungssysteme nicht überlastet werden», heißt es bei Hamburg Wasser. So sollten Rasen und Garten beispielsweise nur gezielt – und idealerweise mit Regenwasser – gewässert werden. Poolbefüllungen sollten geplant und auf mehrere Tage verteilt und Wasch- und Spülmaschinen nur voll beladen laufengelassen werden.

Wann gibt es Hitzefrei? 

Bald beginnen zwar die Sommerferien in den Nordländern, aber noch wird in den Schulen geschwitzt. Wäre Hitzefrei da nicht verlockend? Ja - aber einheitliche Regeln, etwa ab welchen Temperaturen kein Unterricht mehr möglich ist, gibt es nicht. Darüber entscheidet die jeweilige Schulleitung in den Nordländern vor Ort – auch weil mehrere Faktoren dabei eine Rolle spielen, die nicht zentral entschieden werden und von Schule zu Schule unterschiedlich sein können.

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