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Zwei Japankäfer erstmals in Niedersachsen am Flughafen Hannover entdeckt

Der Japankäfer ist etwa einen Zentimeter groß und damit etwas kleiner als eine Ein-Cent-Münze. (Symbolbild) / Foto: Uli Deck/dpa
Der Japankäfer ist etwa einen Zentimeter groß und damit etwas kleiner als eine Ein-Cent-Münze. (Symbolbild) / Foto: Uli Deck/dpa

Am Flughafen Hannover wurden erstmals in Niedersachsen zwei Japankäfer in Lockstofffallen gefunden. Keine Anzeichen für Ansiedlung, Überwachung wird ausgeweitet.

Er ist nur etwa so groß wie eine Kaffeebohne, kann aber erhebliche Schäden anrichten: Am Flughafen Hannover sind erstmals in Niedersachsen zwei Japankäfer entdeckt worden. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen vermutet, dass die Tiere als blinde Passagiere eingeschleppt wurden. Was bedeutet der Fund?

Was ist der Japankäfer?

Der Japankäfer ist ein Pflanzenschädling. Er stammt ursprünglich aus Asien und befällt nach Angaben der Landwirtschaftskammer mehr als 400 Pflanzenarten. In der Europäischen Union gilt er als meldepflichtiger Quarantäneschädling.

Wo wurde er in Niedersachsen gefunden?

Mitarbeiter des Pflanzenschutzdienstes entdeckten zwei Exemplare in Lockstofffallen am Flughafen Hannover. Es ist nach Angaben der Landwirtschaftskammer der erste Nachweis des Käfers in Niedersachsen.

Müssen sich Gartenbesitzer nun Sorgen machen?

Bislang gibt es nach Einschätzung des Pflanzenschutzamtes keinen Hinweis darauf, dass sich der Japankäfer in Niedersachsen angesiedelt hat. Weil nur zwei Tiere in einem eng begrenzten Bereich gefunden wurden, geht die Behörde von eingeschleppten Einzeltieren aus. Die Überwachung rund um den Flughafen soll dennoch deutlich ausgeweitet werden.

Wie könnte der Käfer nach Hannover gelangt sein?

Japankäfer reisen häufig unbemerkt in Flugzeugen, Lastwagen, Autos, Güterzügen, Wohnwagen oder Gepäck mit. Eier und Larven können zudem über Erde, Pflanzenballen oder Pflanzensubstrate verschleppt werden. Die beiden Tiere könnten aus einem Befallsgebiet mit einem Flugzeug oder Lastwagen angekommen sein.

Welche Schäden kann der Käfer anrichten?

Die Larven leben im Boden und fressen bevorzugt an den Wurzeln von Gräsern auf Rasenflächen, Wiesen und Weiden. Ausgewachsene Käfer fressen Blätter, Blüten und Früchte. Bei starkem Befall können sie Pflanzen weitgehend kahl fressen.

Zu den möglichen Wirtspflanzen gehören Obstbäume, Weinreben, Rosen, Haselnüsse, Mais und Soja sowie Ahorn, Buche und Eiche. Eine dauerhafte Ansiedlung könnte deshalb Landwirtschaft, Obstbau, Baumschulen, Forstwirtschaft, Gärten und öffentliche Grünanlagen treffen.

Wie sieht ein Japankäfer aus?

Der Käfer ist ungefähr so groß wie eine Kaffeebohne. Er hat bräunliche Flügeldecken sowie einen metallisch grün schimmernden Kopf und Halsschild. Dadurch ähnelt er heimischen Arten wie dem Gartenlaubkäfer.

Das deutlichste Erkennungsmerkmal sind weiße Haarbüschel: An jeder Körperseite befinden sich fünf, am Hinterende zwei weitere. Fehlen diese Haarbüschel, handelt es sich laut Landwirtschaftskammer nicht um einen Japankäfer. Bei Gefahr spreizt das Tier zudem auffällig ein Beinpaar ab.

Wo kommt der Japankäfer bereits vor?

Der Schädling wurde 2014 nach Norditalien eingeschleppt und hat sich von dort weiter ausgebreitet. Er kommt inzwischen unter anderem in der Schweiz sowie in Teilen Deutschlands vor. Nachweise gibt es etwa in Hessen und Baden-Württemberg.

Was sollten Reisende beachten?

Die Hauptflugzeit der ausgewachsenen Käfer reicht von Juni bis September. In dieser Zeit können sie besonders leicht in Fahrzeugen oder Gepäck mitreisen. Wer aus einem Befallsgebiet zurückkehrt, sollte Gepäck und Fahrzeuge sorgfältig kontrollieren. Pflanzen und Schnittblumen sollten nach Empfehlung des Pflanzenschutzamtes nicht aus betroffenen Regionen mitgebracht werden.

Was ist bei einem verdächtigen Fund zu tun?

Verdächtige Käfer sollten fotografiert und möglichst in einem verschlossenen Glas eingefangen werden. Sie sollten weder freigelassen noch zerdrückt werden, damit Fachleute sie untersuchen können.

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