Zugvögel sind da – Tipps für Exkursionen und Beobachtungen
Von der Ems bis zur Elbe, von Borkum bis Wangerooge: Vielerorts wimmelt es in diesen Tagen wieder an der Nordsee. Denn der Oktober gilt als Höhepunkt des Vogelzugs im Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer. Wer das Naturschauspiel beobachten möchte, findet dazu bei den Zugvogeltagen im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer zahlreiche Möglichkeiten. Vom 10. bis 18. Oktober hat die Nationalparkverwaltung ein breites Programm mit mehr als 300 Veranstaltungen organisiert. Das liegt daran, dass das Wattenmeer die Drehscheibe des Ostatlantischen Vogelzugs ist. Zweimal im Jahr machen Millionen Zugvögel Rast im Wattenmeer, das einen enormen Nahrungsreichtum bietet. Im Frühjahr rasten die Vögel auf ihrem Weg in die Brutgebiete – und im Herbst auf dem Weg in die Überwinterungsgebiete. Zu diesen Zugzeiten lassen sich oft große Vogelschwärme über Watt und Wasser beobachten. Auch wegen dieser Bedeutung für die Vögel ist das Wattenmeer nach Angaben der Naturschutzorganisation WWF einzigartig auf der Welt und als Nationalpark und Unesco-Weltnaturerbe geschützt. Im vergangenen Jahr wurden während der Zugvogeltage insgesamt 221 verschiedene Vogelarten registriert. Dazu zählen Enten, Möwen und Schwalben und Watvögel. Auch viele nordische Gänse verbringen die kalten Monate an der Nordseeküste. Bei den Zugvogeltagen geben Fachleute bei zahlreichen Angeboten und Exkursionen Einblicke in das Leben der Zugvögel. Die Nationalparkverwaltung will mit dem Programm Besucherinnen und Besucher des Wattenmeers für den Lebensraum und den Vogelschutz sensibilisieren. Die Angebote richten sich an alle Altersgruppen und Vogelfans – von Einsteigern bis zu erfahrenen Ornithologen. Am Festland gibt es in den kommenden Tagen mehrere Beobachtungstationen. Dazu zählen: Wer auf eigene Faust losziehen möchte, sollte beachten: Um Tiere und Pflanzen zu schützen, darf der Nationalpark nicht überall betreten werden. In der Ruhezone des Nationalparks darf man nur auf markierten Wegen gehen. An den Beobachtungsstationen stehen laut der Nationalparkverwaltung Fachleute bereit, die dabei helfen, Vögel zu bestimmen. Interessierte können vor Ort Ferngläser und Fernrohre nutzen und ausprobieren. Auf den Inseln und teils auch am Festland werden zudem geführte Touren von Nationalpark-Rangern angeboten. Sie kennen nicht nur Tricks, um Vögel zu unterscheiden. Sie können auch über die Herkunft und die Reiseziele der Vögel berichten. Für Gänse und Seeschwalben etwa sei der frühe Morgen die Zeit mit dem intensivsten Vogelzug, sagt Nationalparksprecher Jan Wagner. Über den Tag nehme das Zuggeschehen dann etwas ab und steige zum Abend wieder an. Tagsüber ließen sich die rastenden Vögel beobachten. Insbesondere wer Watvögel sehen möchte, sollte dabei auf die Gezeiten Ebbe und Flut achten. «Die Hochwasserzeit ist die geeignete Zeit, um Vögel zu beobachten, weil sie dann näher ans Land kommen», sagt Wagner. Bei Niedrigwasser würden sich die Vögel über die große Wattfläche eher verteilen. Da gibt es einige: Es werden Exkursionen zu Fuß, mit dem Fahrrad, Zug oder Schiff angeboten. Hier ein paar Beispiele: Auch dazu gibt die Nationalparkverwaltung einige Tipps: «Wenn Sie im Herbst die Zugvögel beobachten möchten, empfehlen wir Ihnen wind- und regendichte Kleidung in gedeckten Farben. Strahlendes Weiß oder Gelb kann Vögel stören.» Für Wattwanderungen empfehlen Experten Turnschuhe oder Neopren-Schuhe gegen scharfe Muschelschalen. Ein Fernglas ist hilfreich, um Vögel auch aus der Entfernung zu sehen. Neben Exkursionen und Beobachtungsstellen zählten zum Zugvogeltage-Programm auch viele Wissens- und Kulturveranstaltungen rund um den Vogelzug, sagt Nationalparksprecher Wagner. In fast jedem Küstenort und auf jeder Insel ist etwas los: Ob Zeichenworkshop in Dangast, Pub-Quiz in Norden und Wilhelmshaven oder Zugvogel-Yoga in Fedderwardersiel. Außerdem gibt es Bastelaktionen für Kinder, Fotokurse, Ausstellungen, Konzerte und eine Filmpremiere: Am 10. Oktober wird in Wilhelmshaven «Watching people watching birds» gezeigt, ein Dokumentarfilm über Menschen, die leidenschaftlich Vögel beobachten. Eine genaue Übersicht über alle Angebote gibt es im Internet unter https://www.zugvogeltage.de/veranstaltungen/. Einige Veranstaltungen, gerade Exkursionen, kosten etwas. Andere sind dagegen kostenlos – teils wird um Anmeldungen gebeten. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenWarum sind ausgerechnet jetzt so viele Zugvögel zu sehen?
Welche Vögel kann man sehen?
Wo lassen sich die Zugvögel beobachten?
Wer hilft beim Beobachten und der Vogelartbestimmung?
Wann lassen sich Zugvögel beobachten?
Welche Exkursionen gibt es?
Wie sollte man für Vogelbeobachtungen ausgestattet sein?
Welche Veranstaltungen gibt es noch zum Vogelzug?