Wölfe gelten nicht nur vor laufender Kamera als kaum kontrollierbar, scheu und gefährlich. Dennoch spielen sie im Kino längst nicht mehr nur Nebenrollen oder werden ‒ wie früher üblich ‒ durch Hunde ersetzt. Einer der wenigen Spezialisten, die mit echten Wölfen für internationale Filmproduktionen arbeiten, ist der Filmwolftrainer Miguel de la Torre. Für den Fantasyfilm «Woodwalkers 2» war der Niedersachse mit seinem Rudel im Einsatz.
Wechsel in den «coolsten und spannendsten Job der Welt»
De la Torre arbeitet seit rund 20 Jahren mit Wölfen, später auch für Film- und Fernsehproduktionen. Der 56-Jährige ist in Hannover geboren und hat ursprünglich als Geologe und Informatiker gearbeitet. Den Wechsel in einen völlig anderen Beruf beschreibt er als bewusste Entscheidung: Er habe sich gefragt, was für ihn der «coolste und spannendste Job der Welt» sei – und diesen dann selbst geschaffen.
Heute arbeitet de la Torre in Amt Neuhaus (Landkreis Lüneburg) mit einem eigenen Rudel von 14 Wölfen. Dass davon nur ein Teil tatsächlich für Dreharbeiten geeignet ist, gehört für ihn zum Alltag. «Grundsätzlich ist ein Wolf genetisch nicht dazu in der Lage. Du kriegst den Wolf quasi nie domestiziert, ähnlich wie Katzen», sagt de la Torre.