Angesichts mehrerer Geflügelpest-Ausbrüche in Niedersachsen warnt der Naturschutzbund (Nabu) davor, tote Vögel anzufassen. Wer ein verendetes Tier oder eins mit neurologischen Auffälligkeiten sehe, solle das Veterinäramt informieren, teilte das Nabu-Artenschutzzentrum in Leiferde bei Gifhorn mit. Die Einrichtung betonte, dass sie ebenso wie andere Tierauffangstationen oder Artenschutzeinrichtungen wegen der Gefahrenlage derzeit nicht in der Lage sei, die Tiere aufzunehmen.
In Niedersachsen wurden innerhalb von anderthalb Wochen vier Ausbrüche der hochansteckenden Vogelgrippe gemeldet, zuletzt bei einem Entenbestand. Mehr als 30.000 Tiere wurden bereits getötet oder sollen noch getötet werden. Nach Angaben des Nabu sind inzwischen auch zahlreiche Wildvögel von dem saisonal verstärkt auftretenden Erreger betroffen, vor allem Kraniche und Wasservögel.
«Leider ist diesen Tieren in den meisten Fällen nicht mehr zu helfen», sagte die Leiterin des Artenschutzzentrums Leiferde Bärbel Rogoschik. Dennoch sei es wichtig, die Tiere dem Veterinäramt zu melden, um eine weitere Ausbreitung des Virus durch Aasfresser zu verhindern.