Milde Temperaturen haben in den vergangenen Wochen wohl einige Vogelarten früher aus ihren Winterquartieren nach Niedersachsen zurückkehren lassen. Das legen Daten nahe, die bei der Zähl-Aktion «Stunde der Wintervögel» des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) erhoben wurden. «Das überdurchschnittlich warme Frühjahr hat sich offenbar in der Vogelwelt bemerkbar gemacht, indem einige Arten früher zurückgekehrt sind oder mit der Brut früher gestartet haben», sagte Renée Gerber vom Nabu Niedersachsen in einer Mitteilung am Donnerstag. Daran habe auch ein kurzer Kälteeinbruch im April nichts geändert.
So wurde bei der Zähl-Aktion am langen Himmelfahrtswochenende etwa der Zilpzalp 8 Prozent häufiger gesichtet als bei der Aktion im Vorjahr. Der Vogel mit dem gelblichen Gefieder verbringt die Wintermonate vor allem im Mittelmeerraum. «Als Mittel- und Kurzstreckenzieher ist er, wie auch einige andere Arten, etwas früher aus seinem Winterquartier zurück nach Deutschland gekommen», sagte Gerber. Bei Schwalben ging dagegen die Zahl der Sichtungen zurück: Mehlschwalben wurden 5 Prozent weniger gemeldet, Rauchschwalben 26 Prozent weniger als im Vorjahr.