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Population gewachsen - So viele Störche wie noch nie

Population gewachsen - So viele Störche wie noch nie
Petershagen und insbesondere der Ortsteil Jössen im Kreis Minden-Lübbecke gilt mit seinen zahlreichen Horsten als Storchenhauptstadt von Nordrhein-Westfalen. (Symbolbild) / Foto: David Ebener/dpa
Von: DieNiedersachsen News
Im Kreis Minden-Lübbecke wurden mehr als 190 Storchenpaare gezählt – ein neuer Höchststand. Warum sich die Tiere zunehmend Bäume als Nistplatz suchen, erklären Vogelschützer.

So viele Störche wie noch nie sind von Vogelfreunden in der NRW-Hochburg an der Landesgrenze zu Niedersachsen gezählt worden. In diesem Jahr fanden sich im Kreis Minden-Lübbecke 194 Horstpaare ein, wie die Vogelschützer Alfons Rolf Bense und Guido Diethelm vom regionalen Aktionskomitee Weißstörche berichten. Das sind vier Paare mehr als 2025. 

Die Population sei damit «ganz leicht gewachsen» nach einer kräftigen Zunahme um 15 Prozent im Vorjahr. Im Jahr 2024 waren 164 Paare von den Vogelfreunden gezählt worden. «Möglicherweise ist der Höhepunkt erreicht», sagt Bense. Als Horstpaar würden von den Ehrenamtlern Störche gezählt, die vor dem 15. Juni vier Wochen zusammen auf einem Horst gewesen seien, erläutert er.

In diesem Jahr wurden zudem 384 geschlüpfte Jungstörche nachgewiesen. Davon gingen der Zählung zufolge 55 verloren, so dass letztlich 329 Jungstörche ausflogen oder kurz davor stehen, wie es hieß. Im Vorjahr waren 404 Jungvögel nachgewiesen worden. Dabei wird aber von einem Verlust von 98 Tieren ausgegangen, so dass letztlich 306 Jungvögel in der Region ausflogen. 

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Zunehmend Horste in Bäumen

Zunehmend brüteten die Störche in Bäumen. Das liege auch daran, dass nicht mehr künstliche Nisthilfen bereitstünden. In der Ortschaft Jössen von Petershagen lebten 17 Paare überwiegend auf Bäumen. Ebenfalls 17 Paare hätten auf Hochspannungsmasten westlich von Minden Horste gebaut.

Die Auswirkungen der Vogelgrippe seien nicht so stark ausgefallen wie zunächst befürchtet: Im Frühjahr seien in Spanien zwar Hunderte Störche eingegangen. Keiner der hier beringten Störche sei aber als tot gemeldet worden, erklärte er. Allerdings sei auch nur jeder dritte Storch beringt. 

Bundesweit liegen noch keine Zahlen für das laufende Jahr vor, wie Storchenexperte Kai-Michael Thomsen vom Michael-Otto-Institut des Nabu sagt. In Schleswig-Holstein sehe es tendenziell ebenfalls sehr gut aus. Der Bestand sei leicht gestiegen auf etwa 600 Paare und der Bruterfolg gut.

Tiefpunkt vor Jahrzehnten

Vor rund 35 Jahren sah es schlecht für den Weißstorch in Nordrhein-Westfalen aus: Petershagen an der Weser im nördlichen Zipfel von NRW auf der Luftlinie Osnabrück - Hannover war der letzte Zufluchtsort. Hier gab es damals noch drei Paare und sonst keine mehr in NRW. Nach einem Aufwärtstrend wurden 2025 in NRW und auch bundesweit so viele Störche gezählt wie nie zuvor. 

Für diese Entwicklung sehen Experten verschiedene Gründe wie neue Nahrungsquellen. Dazu gehörten Krebse in spanischen Reisfeldern. Statt den langen kraftraubenden Flug bis nach Afrika zu absolvieren, überwinterten viele Störche schon nach einer Kurzstrecke in Frankreich, Spanien und Portugal.

Auch engagierte Menschen spielen eine Rolle. Das «Aktionskomitee Rettet die Weißstörche im Kreis Minden-Lübbecke», dem Bense und Diethelm angehören, strich den Appell «Rettet die» dank der großen Erfolge aus dem Vereinsnamen.

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