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Wölfin nach mehreren Nutztierrissen im Landkreis Cuxhaven entnommen

Der Abschuss der Wölfin im Landkreis Cuxhaven war durch eine Ausnahmegenehmigung möglich. (Symbolbild) / Foto: Philipp Schulze/dpa
Der Abschuss der Wölfin im Landkreis Cuxhaven war durch eine Ausnahmegenehmigung möglich. (Symbolbild) / Foto: Philipp Schulze/dpa

Nach wiederholten Schafrissen hat der Landkreis Cuxhaven eine Wölfin entnehmen lassen. Ausnahmegenehmigung lag vor; genetische Prüfung steht an.

Nach mehreren Übergriffen auf Nutztiere ist im Landkreis Cuxhaven eine Wölfin abgeschossen worden, die für die Risse mitverantwortlich sein soll. Für die Entnahme des Tieres, wie es in der Verwaltungssprache heißt, lag seit paar Tagen eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung vor, wie Landkreis und Umweltministerium gemeinsam mitteilten. Wo und wann genau der Abschuss erfolgte, dazu gab es keine Angaben.

Wölfe stehen unter Naturschutz und dürfen nur mit einer behördlichen Ausnahmegenehmigung unter strengen Voraussetzungen geschossen werden.

Wölfe jagen Schafe von Weide

«Diese Wölfin ist für den maßgeblichen Teil der Nutztierrisse in den letzten Tagen und Wochen verantwortlich», sagte Cuxhavens Landrat Thorsten Krüger in einer Mitteilung. «Richtlinienkonforme Zäune und Herdenschutzhunde stellten für Weidetiere keinen hinreichenden Schutz mehr dar. Daher haben wir uns für die letale Entnahme dieser Fähe entschieden», sagte der SPD-Politiker.

Die Wölfin soll auch für einen größeren Übergriff Mitte Februar in der Gemeinde Stinstedt verantwortlich sein. Dabei hatte ein Wolfsrudel nach Angaben der Landwirtschaftskammer eine Herde von rund 100 Schafen von ihrer Weide über mehrere Kilometer hinweg gejagt und mehrere Tiere getötet. Die Herde war mit einem wolfsabweisenden Grundschutz gesichert.

Genetische Untersuchung steht aus

Ob es sich bei der getöteten Fähe tatsächlich auch um die Fähe mit der Kennung «GW2492f» handelt, für die die Ausnahmegenehmigung gilt, wird nun untersucht. Für eine Sektion und eine genetische Beprobung wird der Kadaver nach Berlin ins Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung gebracht. Die Ausnahmegenehmigung für den Abschuss ist zurzeit ausgesetzt.

Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer sieht in dem Abschuss ein klares Zeichen für Weidetierhalter. «Wir haben immer gesagt: Wo Wölfe trotz Herdenschutzes wiederholt Nutztiere reißen, müssen wir handeln, ohne die Gesamtpopulation zu gefährden», sagte der Grünen-Politiker.

Die Landesregierung sei gewillt und bereit, zu handeln. «Wir warten die geplanten Rechtsänderungen auf Bundesebene nicht ab, auch wenn es schwierig ist. Unabhängig davon brauchen wir endlich bessere Möglichkeiten für eine einfache, unbürokratische und rechtssichere Entnahme von Problemwölfen sowie ein regional differenziertes Wolfsmanagement, um sich auf Risshäufungen wie im Raum Cuxhaven besser reagieren zu können.»

Wolf soll ins Jagdrecht aufgenommen werden

Die Bundesregierung will die Hürden für Abschüsse von Wölfen senken, dazu beschloss das Bundeskabinett die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht. Damit sollen sogenannte Problemwölfe leichter getötet werden können. Die EU-Staaten hatten den Schutzstatus des Wolfes zuletzt von «streng geschützt» auf «geschützt» gesenkt und damit die Voraussetzung für Änderungen im Jagdrecht geschaffen.

Artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigungen für den Abschuss von Wölfen sind in Niedersachsen selten. Die Genehmigungen werden von Behörden geprüft und oft auch vor Gericht beklagt. Seit 2016 sind bislang acht Wölfe so entnommen worden. Im Vergleich mit allen Bundesländern sei es die höchste Zahl vollzogener Entnahmen, teilte das Umweltministerium kürzlich mit.

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