Rund eine Woche nachdem ein in Munkmarsch auf Sylt angetriebener abgemagerter Wal mit einer Jagdbüchse erschossen wurde, liegen erste Untersuchungs-Ergebnisse vor. Rettungsversuche waren wegen «des schlechten Allgemeinzustandes» nicht unternommen worden, teilte die Nationalparkverwaltung Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer mit. Die oberste Artenschutzbehörde im schleswig-holsteinischen Umweltministerium hatte den Abschuss des rund 3,80 Meter langen Schnabelwals zuvor genehmigt.
Schnabelwale leben in der Tiefe
Bei dem auf Sylt getöteten Wal handelt es sich laut ITAW um einen Nördlichen Entenwal, diese Art gehört zur Familie der Schnabelwale. Ausgewachsen können die scheuen Tiere eine Größe von knapp zehn Metern erreichen. Über diese Gruppe der Wale sei bisher nur wenig bekannt, da sie ausschließlich ozeanisch leben und nur selten in Küstennähe gesehen werden. Diese Walart sei demnach eine Ausnahmeerscheinung in der Nordsee und der Ostsee.
Aus den vergangenen Jahrhunderten sind von der deutschen Nordseeküste sieben Strandungsereignisse dieser Wale bekannt. Seit Ende Juli stranden laut dem Niederländischen Strandungs-Netzwerk «SOS Dolfijn» entlang der europäischen Küsten gehäuft Schnabelwale - unter anderem in Schottland, Irland, den Niederlanden und Schweden. Der Sylter Schnabelwal ist der 13. Fund. Die Ursachen für diese ungewöhnliche Häufung seien demnach noch unklar und sollen untersucht werden.
Dritte Strandung auf Sylt
In den vergangenen Monaten wurden laut Nationalparkverwaltung Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer «mehrere ungewöhnliche Sichtungen und Strandungen gemeldet». Allein in diesem Jahr wurden demnach drei Großwal-Kadaver aus der Nordsee vor Sylt geborgen: Neben dem Schnabelwal jetzt im August waren es außerdem ein Pottwal im Februar und ein Zwergwal im Juni.
Zusätzlich werden demnach jedes Jahr mehrere Schweinswale auf Sylt angespült. Für dieses Jahr liegen die Zahlen noch nicht vor - 2023 waren 87 tote Schweinswale auf Sylt geborgen worden.