Hunderte Nistkästen für Meisen werden derzeit von den Straßenmeistereien in vielen Kommunen installiert. Die nur etwas über zehn Zentimeter großen Vögel mit dem auffällig gefärbten Gefieder und einem kurzen, kräftigen Schnabel sind natürliche Fressfeinde des Eichenprozessionsspinner (EPS).
Mit Beginn der Brutzeit sollen die Kästen dafür sorgen, dass sich Meisen zahlreich ansiedeln, um den Baumschädling biologisch zu bekämpfen. «Das ist umweltgerecht und nachhaltig. Die Wirkung ist bei Massenbefall zwar begrenzt, aber durchaus eine sinnvolle Ergänzung», sagt Marc-André Burgdorf, Landrat im Emsland.
Der EPS gehört zur Leibspeise unterschiedlicher Vogelarten – allen voran Meisen, die insbesondere die Raupen im frühen Larvenstadium an ihre Jungtiere verfüttern. Für den Landkreis Emsland, der für Radtouristen ein gefragtes Urlaubsziel ist, stellt der Raupenbefall eine Herausforderung dar. Zur Bekämpfung des EPS werden die Raupennester bei starkem Befall durch Fachfirmen abgesaugt. Biozideinsätze, wie sie im geringen Umfang in den Jahren 2020 und 2021 im südlichen Emsland erfolgten, werden nicht mehr durchgeführt.