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Maschen/Hamburg: Biologe imitiert rund 130 Vogelstimmen und warnt vor Flächenversiegelung

Vogelstimmenimitator Uwe Westphal beim Beobachten im Harburger Forst. (Archivbild) / Foto: Georg Wendt/dpa
Vogelstimmenimitator Uwe Westphal beim Beobachten im Harburger Forst. (Archivbild) / Foto: Georg Wendt/dpa

Uwe Westphal aus Maschen kann rund 130 Vogelstimmen nachahmen, erklärt Gesangsprägung und warnt vor Flächenversiegelung und Artenverlust in Hamburg.

Das Repertoire von Uwe Westphal ist phänomenal: Rund 130 Vogelstimmen kann der promovierte Biologe aus Maschen südlich von Hamburg nachahmen. «Die Rufe sind angeboren, die feierlichen Gesänge erlernt», erklärt er. Die Gesänge werden den jungen Singvögeln bereits in der Nestlingszeit eingeprägt. 

Im Herbst fangen junge Amseln an zu üben, im folgenden Frühjahr muss der Gesang angewendet werden, erzählt er. Die melodiösen Gesänge haben im Frühjahr die Funktion, das eigene Revier anzuzeigen und Weibchen anzulocken. Rufe etwa zum Warnen sind ganzjährig zu hören.

Westphal: Nicht jede Baulücke zupflastern

Etwa 240 Arten gibt es in Deutschland, 30 bis 35 Arten nach seinen Angaben im Harburger Stadtpark, wo Westphal sich zu Hause fühlt. In Hamburg gebe es viele ökologische Nischen und deshalb an die 160 Vogelarten. «In der Stadt wird im Winter gefüttert, man kann eine deutliche Verstädterung sehen», berichtet er. 

Gar nicht gut zu sprechen ist Westphal auf die politischen Entscheidungen in den vergangenen Jahren. «Nicht jede Baulücke darf zugepflastert werden», fordert er. «Der Mensch verhält sich weltweit gesehen mit unbegrenztem Wachstum wie ein Krebsgeschwür», behauptet er. 

Es werde hart daran gearbeitet, die Naturschutzrichtlinien für Vögel auszuhebeln: «Wir müssen komplett los von unserem Wachstumsmodell, denn in Deutschland haben wir nur noch Basisvorkommen.» So gehörten 80 Prozent aller im Bundesgebiet brütenden Vögel zu lediglich 20 Arten.

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