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Lüneburger Heide: Zutaten aus dem Wald für Salben und Naturkosmetik

Naturkosmetik aus der Lüneburger Heide: Tannenwachs und Bienenöl.  / Foto: Philipp Schulze/dpa
Naturkosmetik aus der Lüneburger Heide: Tannenwachs und Bienenöl. / Foto: Philipp Schulze/dpa

Teilnehmer eines Seminars bei Amelinghausen stellen in der Lüneburger Heide Salben, Tinkturen und Pflege aus Tanne, Salbei und Hagebutte her.

Selbst angerührtes Erkältungsbalsam mit Eukalyptus und Salbei sowie Schmerzsalbe mit der Heilpflanze Cajeput und Weihrauchharz - in der Lüneburger Heide werden die Zutaten für Arzneien und Kosmetik aus der Natur geholt. «Das ist toll, alles allergiefrei, ohne künstliche Duftstoffe und umweltschonend», sagt Marion Putensen von der Waldkräuterey. Sie bildet Kräuterfachfrauen und -männer aus und zeigt, wie ein Immunsystembooster mit Hagebutte, Vogelbeeren und Apfelessig hergestellt wird.

«Wiesenapotheke mit Salbenküche» heißt das Thema des zweitägigen Februar-Seminars in der Holzhütte im Wald am Lopausee bei Amelinghausen. Zehn Teilnehmerinnen und zwei Teilnehmer treffen sich ein Jahr lang einmal im Monat zum Intensiv-Wochenende. Im Sommer steht eine Abschlussprüfung an.

Weihnachtsbaum zu Salben und Tinkturen verwerten

Die zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin hat einen ganzen Weihnachtsbaum zerlegt und verwertet Nadeln, die Rinde und den Harz. «Tanne eignet sich für alle Hautprobleme, sie wirkt antientzündlich und extrem pflegend», erklärt Putensen. So hat sie auch einen Lippenpflegestift mit zerstoßenen Tannennadeln und Olivenöl entwickelt. Pflegend und preiswert.

«Eigentlich brauchen wir nur drei Salben: Bei Wunden, für schmerzende Knochen und gegen trockene Haut», meint die Anleiterin. In Workshops mit Jugendlichen ist sie immer wieder erstaunt, wie früh der aktuelle Kosmetik-Hype und Beauty-Drang über Tiktok auf junge Mädchen wirken. «Viele Mädchen sind für die Naturkosmetik gar nicht mehr empfänglich, sie ist für sie viel zu neutral», meint Putensen. «Wir sind schon so überfrachtet mit Duftstoffen, dass wir es merkwürdig finden, wenn etwas nicht stark riecht.»

Teilnehmer wollen Wissen weitergeben

Gemeinsam werden eine Handwaschpaste mit Rosskastanie und Efeu, Badeperlen mit Tannenbaumpulver sowie Peelingherzen aus Heilerde und Zucker hergestellt. «Ich finde das faszinierend, weil das alles altes Wissen ist», sagt Torsten aus der Nähe von Uelzen. «Der Körper kann die Heilkräuter viel besser aufnehmen als künstlich hergestellte Produkte.» 

Ein Beispiel ist das Salbei-Deo aus einem Sud von Wasser, Natron und Salbei gegen das Schwitzen. Ein Tipp der Kräuterexperten: Im Hochsommer ein paar Blätter Salbei ins Getränk mischen. 

Petra Röding aus Plau am See in Mecklenburg-Vorpommern nutzt ihr Wissen schon jetzt. Als Fußpflegerin kommen Ringelblumensalbe für Füße und Rosenwasser nach einer Massage zum Einsatz. «Meine Kunden sind daran sehr interessiert», erzählt sie.

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