Es steht im ganzen Norden in voller gelber Blütenpracht: das Jakobskreuzkraut. Die Verbreitung hat nach Angaben der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in den letzten Jahren deutlich zugenommen. «Es schießt überall wie Pilze aus dem Boden», sagte ein Sprecher. Das Jakobskreuzkraut ist zwar eine wichtige Nahrungsgrundlage für Insekten, enthält aber Pyrrolizidinalkaloide, die für Säugetiere stark giftig sind. «Die zunehmende Ausbreitung beobachten wir deshalb mit großer Sorge», sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums.
Das heimische Kraut stellt vor allem für Pferde und Rinder eine Gefahr dar. Auf der Weide meiden es Tiere bei genug Alternative in der Regel, weil es bitter schmeckt. Getrocknet verliert es aber den bitteren Geschmack. Die Tiere sind nach Angaben der Landwirtschaftskammer nicht mehr in der Lage, die Pflanzenteile zu meiden. Die Inhaltsstoffe können bereits in relativ kleinen Mengen zu schweren Leberschäden bis hin zum Tod führen. Deswegen darf laut Ministerium Heu, das Kreuzkräuter enthält, nicht als Futter genutzt werden - weder für Heimtiere noch für Nutztiere.