Das niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLG) rechnet mit einer Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke auch im Norden und weitet deshalb die Überwachung der Insekten aus. «Bisher gab es sie vor allem im Oberrheingebiet in Baden-Württemberg, aber mittlerweile ist sie auch in Bayern, Thüringen und Berlin nachgewiesen», sagte Virologe Masyar Monazahian vom NLG der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. «In Zukunft werden bestimmt auch die nördlichen Bundesländer betroffen sein.»
Die tagaktive Tigermücke könnte Erreger wie das Dengue-Virus oder das Chikungunya-Virus übertragen. Auch das Robert Koch-Institut (RKI) rechnete damit, dass sich die Asiatische Tigermücke vom Südwesten her in Deutschland weiter ausbreitet.
Wenn eine Mücke einen mit dem Dengue-Virus infizierten Menschen sticht, könnte sie den Erreger beim nächsten Stich an einen anderen Menschen übertragen. Das RKI berichtete schon im Mai von einer hohen Zahl gemeldeter Denguefieber-Fälle aufgrund von Reiserückkehrern aus tropischen Ländern. In seltenen Fällen kommt es bei der Krankheit zu schweren Verläufen oder sogar Todesfällen.