Meeresangler müssen Fänge bedrohter Fischarten künftig per App melden. «Nach Auskunft der EU-Kommission wird die RecFishing-App zur Registrierung für die marine Freizeitfischerei und zur Meldung bestimmter Fänge am 5. Februar in den deutschen App-Stores bereitgestellt», sagte eine Sprecherin des schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministeriums. «Bis dahin müssen Freizeitfischende in dieser Angelegenheit nichts unternehmen.» Zuvor hatten die «Kieler Nachrichten» berichtet.
Bereits seit dem 10. Januar muss Deutschland die Umsetzung einer entsprechenden EU-Regelung sicherstellen. Menschen, die in der Freizeit im Meer fischen, müssen sich registrieren und bestimmte Fänge über ein elektronisches System aufzeichnen und melden. Hintergrund ist eine bereits aus dem Jahr 2023 stammende Änderung der EU-Fischerei-Kontrollverordnung.
Kritik an Bürokratie
Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsministerium sieht verpflichtende Registrierungs- und Fangmeldungen in der Freizeitfischerei kritisch. Der potenzielle Nutzen stehe in keinem Verhältnis zum Aufwand und die Qualität der erhobenen Daten sei fraglich, sagte die Sprecherin. Die Verpflichtungen stünden dem Ziel einer möglichst unbürokratischen Freizeitfischerei entgegen. Das Ministerium stehe in engem Austausch mit dem Bund und den anderen Küstenländern, damit es zeitnah eine Lösung gebe.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium arbeite derzeit an einer nationalen Rechtsvorschrift, sagte die Sprecherin. «Solange diese noch nicht vorliegt, erfolgt die Erfassung der Daten durch die Anglerinnen und Angler in der voraussichtlich ab Februar zur Verfügung stehenden RecFishing-App zunächst freiwillig und wird nicht kontrolliert.»
Nachdem auf Bundesebene die entsprechende Rechtsgrundlage besteht, will das Land die Registrierungspflicht der Anglerinnen und Angler sowie die Meldepflicht von Fängen bestimmter Arten stichprobenartig überprüfen.
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