Viel Zeit zum Grübeln und zum Verarbeiten blieb den Fußballerinnen des VfL Wolfsburg nach dem Aus in der im Champions-League-Viertelfinale nicht. Nach dem 0:4 nach Verlängerung im Rückspiel beim französischen Top-Team Olympique Lyon am späten Donnerstagabend ging der Blick schon bald auf das Halbfinale im DFB-Pokal beim Liga-Konkurrenten FC Carl Zeiss Jena am Ostersonntag (16.15 Uhr/Sky).
«Das ist natürlich jetzt eine große Herausforderung für uns», sagte die in Lyon überragende VfL-Torhüterin Stina Johannes. «Wir haben 120 Minuten gespielt. Es ist Donnerstagabend/-nacht.» Zwei Tage reisen, «und Sonntag spielen wir schon», erklärte die 26-Jährige. «Das ist von der Terminierung natürlich nicht ideal für uns. Aber wir kennen das.»
Zwischen Enttäuschung und Stolz
Unmittelbar nach der Partie in Lyon überwog bei den Wolfsburger Spielerinnen die Enttäuschung über die Niederlage und das Ende aller Hoffnungen auf eine Überraschung. Und doch war in den Katakomben des Groupama Stadiums auch Stolz spürbar.
«Wir haben uns gut auf internationaler Bühne präsentiert. Ich glaube, wir haben für die oder andere Überraschung gesorgt und es auch gegen Lyon über weite Strecken sehr offen gestaltet, was Außenstehende nicht unbedingt erwartet haben», sagte Kapitänin Svenja Huth.
Olympique Lyon lange gefordert
Die Wolfsburgerinnen hatten mit dem französischen Rekordmeister bis in die Verlängerung des Rückspiels mitgehalten. Nach dem 1:0 in Wolfsburg - der ersten Niederlage Lyon in dieser Saison - mussten sie im zweiten Spiel schon früh das 0:1 durch Lily Yohannes (16.) hinnehmen, hielten dann das Spiel aber offen.
Erst die drei Tore von Lyon in der Verlängerung brachten die Entscheidung. «Wir haben über beide Spiele einen großen Kampf gezeigt», sagte Trainer Stephan Lerch. «Deswegen bin ich auch sehr stolz auf das, was wir hier gezeigt haben.»
DFB-Pokal Wolfsburgs letzte Titel-Chance
Die Mannschaft könne einiges aus den Spielen mitnehmen, meinte Lerch. «Von der Mentalität, von der Herangehensweise, sich dagegenzustemmen, zu wehren, füreinander einzustehen - das sind die Dinge, wir da sehr positiv herausnehmen», sagte der Trainer.
Dass drei Tage später schon wieder ein richtungsweisendes Spiel ansteht, sieht er nicht als Nachteil. «Das Gute ist, dass wir nicht so lange in dieser Situation hängen bleiben», sagte er. Das Ziel ist klar: über Jena zum DFB-Pokal-Finale nach Köln. «Das werden wir auch gemeinsam hinkriegen. Dann haben wir bis hierhin in diesem Block Großartiges geleistet.»
Nach dem Champions-League-Aus in Lyon und angesichts von 13 Punkten Rückstand in der Bundesliga auf den FC Bayern München bei noch fünf Spielen ist der DFB-Pokal die letzte Titel-Chance für die Wolfsburgerinnen.
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