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Werders schwieriger Start ins Fußball-Jahr 2026

Hat alle Hände voll zu tun bei Werder Bremen: Cheftrainer Horst Steffen. (Archivbild) / Foto: Carmen Jaspersen/dpa
Hat alle Hände voll zu tun bei Werder Bremen: Cheftrainer Horst Steffen. (Archivbild) / Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Die Stimmung war schon besser bei Werder. Der Trend läuft gerade gegen die Bremer. Der Club droht in die Abstiegszone zu rutschen. Siege müssen her. Dazu muss sich etwas Entscheidendes ändern.

Von Abstiegskampf redet bei Werder Bremen noch niemand. Die Stimmung rundum das Weserstadion ist dennoch schlecht wie seit langem nicht mehr. Eine Negativserie in der Fußball-Bundesliga von sechs Spielen ohne Sieg und durchwachsene Leistungen auf dem Feld haben die Laune nicht nur eingetrübt. Von einem Reizklima in der Kabine wurde gesprochen. 

Da passte es ins Bild, dass die Verantwortlichen um Sport-Geschäftsführer Clemens Fritz auch noch eine Fehleinschätzung bei ihrer Transferplanung in diesem Winter einräumen mussten. 

«Dass eine Stimmung nach sechs Spielen ohne Sieg nicht hurra ist, ist auch klar», sagte Cheftrainer Horst Steffen bei der Spieltags-Pressekonferenz einen Tag vor dem ersten Rückrunden-Heimspiel am Freitag (20.30 Uhr/Sky) gegen Eintracht Frankfurt. 

Die Stimmung sei abhängig von den Ergebnissen. «Und wenn wir Ergebnisse erzielen, dann wird es auch wieder eine Stimmung geben, wo wir sagen: 'So, das ist erfreulich'» meinte der 56-Jährige. Es sei auch verrückt, «wenn wir jetzt eine Stimmung hätten, die lustig ist, die locker ist». Da würden alle sagen: «Haben die das nicht verstanden, dass es jetzt mal zur Sache geht, dass wir drei Punkte brauchen?» 

Hartes Programm zum Rückrunden-Auftakt

Wie ernst die Lage sein muss, zeigte sich, dass Steffen und Fritz am Dienstagabend in dem 0:3 bei Borussia Dortmund etwas Positives zu finden versuchten. «Wir haben heute zumindest von der Spielanlagen und den Räumen, die wir bespielen wollten, über 60, 70 Minuten ein gutes Auswärtsspiel gemacht», meinte Fritz. 

Letztlich entscheiden aber Zahlen - und die sprechen derzeit gegen Werder. Noch sind es fünf Punkte bis zum Abstiegs-Relegationsplatz. Angesichts des Programms der kommenden Wochen mit den Spielen gegen die Eintracht, bei Bayer Leverkusen und der Nachholpartie gegen die erstarkte TSG Hoffenheim droht das Abrutschen in die Gefahrenzone.  

Dauerbaustelle Angriff

Um das zu verhindern, muss sich Entscheidendes ändern: In den vergangenen sechs Spielen mit vier Niederlagen und zwei Remis blieben die Bremer in viermal torlos. Womit das Hauptproblem des Werder-Teams 2025/2026 deutlich wird. 

Der Angriff ist die Dauerbaustelle. Dabei erweist sich die Mittelstürmer-Position als die neuralgische Position. Der vermeintliche Coup im Sommer mit der Leverkusen-Leihe von Victor Boniface erwies sich als Lose-Lose-Geschäft. Boniface traf in elf Spielen nicht einmal und wirkte oft lustlos. Jetzt muss sich der Nigerianer am Knie operieren lassen und wird für Werder nicht mehr auflaufen. 

Keke Topp - gleichfalls als Mittelstürmer vorgesehen - kam auch elfmal zum Einsatz in dieser Saison. Doch seine Bilanz ist wie die von Boniface: null Tore.  

Heilsbringer Milosevic?

Werder hat im Winter reagiert und den 20 Jahre alten Serben Jovan Milosevic vom Ligarivalen VfB Stuttgart bis zum Saisonende ausgeliehen. In der Hinrunde hatte er noch auf Leihbasis bei Partizan Belgrad gespielt. Ist der Stürmer der Heils- und Tor-Bringer für Werder? «Ich will Jovan keinen zu großen Rucksack aufsetzen», sagte Sportchef Fritz. 

«Ja, wir müssen Tore schießen», hat Milosevic schnell erkannt. Seine Quote in einem halben Jahr erste serbische Liga mit zwölf Toren in 17 Spielen für Partizan Belgrad liest sich vielversprechend. Aber es ist eben die erste serbische Liga und nicht die Bundesliga. 

Milosevic: «Spüre keinen Druck»

Er spüre keinen besonderen Druck, sagte er bei seiner offiziellen Vorstellung bei Werder. Zugleich machte er deutlich: «Ich fühle mich nicht wie ein Messias. Ich bin ein normaler Typ. Ich bin ein Mensch wie jeder andere.» 

Auf sein Startelf-Debüt für die Bremer muss der junge Serbe noch warten. Er wird gegen Frankfurt wie in Dortmund vorerst auf der Bank sitzen. «Aktuell sehe ich das noch so, dass ich das Gefühl habe: Er ist ein guter Spieler, der reinkommt, der dann noch mal unseren Sturm beleben und gegebenenfalls eben auch treffen kann», sagte Steffen. «Ich glaube, dass ein bisschen Eingewöhnungszeit da sein wird», ergänzte er. 

Weitere Werder-Transfers vorerst nicht in Sicht

Drei Wochen vor Ende der Transferperiode am 2. Februar sieht es aktuell nicht so aus, dass die Bremer außer Milosevic noch jemand holen werden. Die finanziellen Mittel sind begrenzt. Das betont auch Fritz immer wieder. 

Immerhin weiß der 45-Jährige aber jetzt auch, dass er noch Spieler ausleihen darf. «Es gab in diesem Punkt bei uns zuvor ein internes, kommunikatives Missverständnis, über das wir gestolpert sind», hatte er dem Portal «Deichstube» zu der Fehleinschätzung gesagt. 

Anfang November hatte der Bundesliga-Club erklärt, dass er durch die bereits sechs getätigten Leihen keine weiteren mehr tätigen könne. Das korrigierte der Club später. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) bezieht sich in den Regelungen darauf, dass höchstens sechs Spieler zeitgleich von anderen inländischen Clubs ausgeliehen werden dürfen. Die Begrenzung bezieht sich nicht auf Transfers aus dem Ausland. Milosevic ist übrigens Leihspieler Nummer sieben in Bremen. Die Regeln nicht genau gekannt zu haben, passt in das Bild, das Werder aktuell abgibt.

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