Das sportliche Aus von Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke beim Fußball-Zweitligisten Hannover 96 hat auch Sportdirektor Ralf Becker überrascht. «Ich habe es zwei Stunden vor der öffentlichen Bekanntgabe erfahren und war ebenso überrascht», sagte der 55-Jährige der «Neuen Presse».
Der frühere Sport-Vorstand des Hamburger SV übernimmt vorerst gemeinsam mit Geschäftsführer Henning Bindzus die Aufgaben von Schmadtke. «Wir mussten uns sicherlich mal einen Tag ein bisschen schütteln. Aber jetzt geht es darum, den Blick nach vorn zu richten», sagte Becker. Nach der öffentlichen Bekanntgabe der Trennung habe es keinen Kontakt zwischen Becker und Schmadtke gegeben, sagte er.
Kind will Entscheidung nicht weiter kommentieren
Medienberichten zufolge soll einer der Gründe für die Trennung gewesen sein, dass Schmadtke bei den Gesellschaftern um Martin Kind mehr Geld für die Mannschaft gefordert haben soll, was ihm nicht gestattet worden sei. «Ich bin in vielen Themen schon drin, aber die Budgetierung und was genau angedacht ist, war in den ersten zwei Tagen noch kein Thema. Das ist aber sicherlich ein Schritt, der auch kommen wird», meinte Becker.
Investor Martin Kind sagte der «Neuen Presse», dass er die Entscheidung «nicht weiter kommentieren» will. «Im Moment ist die Situation erst mal geklärt», sagte der 81-Jährige zur Interimslösung. Jetzt konzentriere man sich darauf, «dass wir in den letzten sieben Spieltagen performen». Die 96er mischen als Tabellenfünfter im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga mit. Zwei Punkte trennen 96 von einem direkten Aufstiegsplatz.
Schmadtke, der schon Anfang der 2010er-Jahre bei Hannover zunächst als Sportdirektor und dann Geschäftsführer gearbeitet hatte, war nur drei Monate bei den Niedersachsen im Amt. Die Zusammenarbeit werde zum 31. März einvernehmlich beendet. Erst zum Jahresbeginn hatte Schmadtke die Nachfolge von Marcus Mann angetreten, der zu RB Salzburg gewechselt war.
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