Schon einmal sind die Olympia-Initiatoren in Hamburg mit einem Referendum gescheitert. 2015 lehnte eine Mehrheit der Wahlberechtigten eine Bewerbung für die Olympischen Spiele 2024 ab. Elf Jahre später wagt der rot-grüne Senat einen neuen Anlauf. Hamburg möchte im nationalen Wettrennen mit München, Berlin und der Rhein-Ruhr-Region deutscher Kandidat für die Spiele 2036, 2040 oder 2044 werden. Getragen wird die Initiative von weiten Teilen des Sports, der Politik, der Wirtschaft und der Kultur. Ein Ja ist bei der Befragung am Sonntag dennoch nicht sicher.
Wer unterstützt eine Hamburger Olympia-Bewerbung?
Der rot-grüne Senat mit dem Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und der Zweiten Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) an der Spitze haben die Bewerbung initiiert. In der Bürgerschaft haben sich neben der SPD und den Grünen auch die oppositionelle CDU dafür ausgesprochen. Von Wirtschaftsverbänden kommt ebenso großer Zuspruch wie vom organisierten Sport. Zahlreiche Prominente aus Sport und Kultur machen Werbung für Hamburgs Kandidatur.
Wer lehnt eine Hamburger Olympia-Bewerbung ab?
In der Bürgerschaft sind die Linke und die AfD gegen die Ausrichtung Olympischer Spiele an Elbe und Alster. Außerhalb des Parlaments ist besonders die Initiative «NOlympia Hamburg» sicht- und vernehmbar. Auch der Bund der Steuerzahler und Umweltverbände wie der BUND sind skeptisch.
Was sind die Argumente der Olympia-Befürworter?
Bürgermeister Tschentscher spricht davon, dass Olympische und Paralympische Spiele «eine historische Chance für Hamburg» seien. «Die Olympischen und Paralympischen Spiele sollen zu einer ökologisch verantwortbaren, sozial gerechten und wirtschaftlich tragfähigen Entwicklung unserer Stadt beitragen», heißt es im Hamburger Konzept.
Der Senat hat das Durchführungsbudget, das unter anderem für die Kosten der Wettkampfstätten, Personal, Technologie und Marketing vorgesehen ist, mit 4,8 Milliarden Euro beziffert. Etwa durch den Ticketverkauf und Sponsorengelder soll am Ende sogar ein Gewinn von 100 Millionen Euro stehen. Dieser Überschuss soll vor allem in den Breitensport fließen.
Neue Sportstätten müssten nicht gebaut werden. Die geplante Mega-Arena neben dem Volksparkstadion des Hamburger SV fließt nicht in die Kosten ein, da sie nach Angaben des Senats auch ohne Olympia gebaut würde. Das Investitionsbudget von 1,3 Milliarden Euro ist hingegen vornehmlich für Infrastruktur und Barrierefreiheit vorgesehen. Der Bund werde sich an den Investitionskosten beteiligen, heißt es. In welcher Höhe ist jedoch unklar.