Wenn die Ehrenamtlichen der Bahnhofsmission Bremen in diesen Tagen morgens aufschließen, warten oft schon die ersten Menschen vor der Tür. «Es kommen morgens viele, um sich aufzuwärmen, weil sie entweder draußen geschlafen haben oder früh aus ihren Unterkünften raus müssen», sagt Kathrin Gramke, ehrenamtliche Helferin in Bremen. In den kalten Monaten seien das meistens ein oder zwei Menschen, manchmal auch bis zu acht - darunter auch viele Wohnungslose.
Frau flieht vor häuslicher Gewalt zu Bahnhofsmission
Gramke engagiert sich seit knapp zweieinhalb Jahren etwa vier Stunden pro Woche für die Bahnhofsmission. «Es ist erfüllend», sagt sie. «Man sieht immer, dass es dem Menschen durch Zuwendung und Kontakt ein bisschen besser geht.» Wie wichtig diese Unterstützung sein kann, zeigte sich zuletzt bei einer jungen Frau, die vor häuslicher Gewalt geflohen war und bei der Bahnhofsmission Hilfe suchte.
Die Ehrenamtlichen telefonierten stundenlang, organisierten einen Platz in einem Frauenhaus, kümmerten sich um Anmeldung, Verpflegung und die Weiterreise. Solche Situationen seien keine Einzelfälle mehr. In Bremen nahm laut der Diakonie Niedersachsen die Vermittlung bei häuslicher Gewalt zu.
Solche Begegnungen prägen nicht nur die Arbeit der Bahnhofsmissionen in Bremen. Die ehrenamtliche Sylvia K. von der Bahnhofsmission Hannover trifft bei ihrer Arbeit auf Menschen mit ganz unterschiedlichen Anliegen. «Tatsächlich ist es auch einfach mal eine Umarmung, die sie brauchen, oder ein nettes Wort», sagt sie.