Nach einem Polizeieinsatz in einem heruntergekommenen Göttinger Wohnkomplex gibt es Kritik an dem Vorgehen der Behörden. Die Stadt und die Polizei führten am Dienstagmorgen eine Begehung in dem Gebäude an der Groner Landstraße in der Nähe des Bahnhofs durch, wie sie in einer gemeinsamen Pressemitteilung mitteilten. Aktivisten bezeichneten das Vorgehen als rassistisch und martialisch. Am Nachmittag gab es deshalb vor dem Rathaus eine spontane Kundgebung, an der laut Polizei rund 200 Personen teilnahmen.
Das Ziel der Begehung war laut Angaben der Stadt und Polizei die Verbesserung der Umstände für die dort lebenden Bewohnerinnen und Bewohner. Es habe immer wieder Beschwerden von Bewohnern gegeben. Die Begehung solle nun einen Grundstein für das weitere Vorgehen legen. Zudem seien unter anderem die Rettungswege, der Brandschutz sowie mögliche Hygienemängel überprüft worden. Dabei seien unter anderem bauliche Mängel und Ungezieferbefälle festgestellt worden. Es brauche eine lückenlose Bestandsaufnahme, damit die Stadt helfen könne, sagte Göttingens Sozialdezernentin Anja Krause.