Nach mehreren Rissen von Schafen und Lämmern an einem Deich in Ostfriesland erteilt der Landkreis Aurich eine Ausnahmegenehmigung für den Abschuss eines Wolfes. Als Grund für die Genehmigung nennt die Landkreisverwaltung ein «wiederkehrendes problematisches Rissverhalten». Demnach gab es seit Mitte Juni an einem Deich an drei Tagen Risse durch einen Wolf. Das stellte ein Gutachter fest.
Wo genau es zu den Fällen kam, teilte der Landkreis nicht mit. Auch ob es sich bei dem Tier um denselben Wolf handelt, der zuletzt auch auf der Insel Norderney gesichtet wurde, die zu dem Kreis gehört, ist unklar. Dazu habe der Landkreis keine Kenntnis, hieß es.
Der Abschuss des Raubtieres soll nach einem schnelleren Verfahren erfolgen, wie die Landkreisverwaltung mitteilte. Bis zum 21. Juli darf der Wolf abgeschossen werden.
Auf das Verfahren für schnellere Wolfsabschüsse hatten sich Bund und Länder Ende 2023 geeinigt. Während zuvor nach einem Wolfsriss eine DNA-Analyse abgewartet werden musste und nur der Wolf zum Abschuss freigegeben wurde, der das Weidetier gerissen hatte, sind nach der neuen Regel unter bestimmten Bedingungen auch Abschüsse möglich, ohne dass die Frage nach der Identität des geschossenen Wolfes gestellt wird. Das Land wollte diese Regel erstmals in der Region Hannover anwenden. Mehrere Vereine gingen jedoch dagegen vor. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg stoppte die Genehmigung schließlich.