Wenn Kerstin Krebs am Mittwochmorgen vor die Mitglieder der Landessynode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers tritt, hat sie zehn Minuten Zeit ‒ um Worte auszusprechen, für die sie Jahrzehnte gebraucht hat.
Das Kirchenparlament lädt Menschen ein, die in der Landeskirche sexualisierte Gewalt erfahren haben, direkt zur Synode zu sprechen. Kerstin Krebs ist einer von ihnen. Trotzdem hätte die Ende-Fünfzig-Jährige fast lieber wieder geschwiegen – wegen Rahmenbedingungen, die sie als «Ablehnung und Verrat» empfindet. So bezeichnet die Frau aus der Region Hannover es selbst in ihrer Rede an die Synode, die der Deutschen Presse-Agentur vorab vorlag.