Der evangelische Landesbischof von Hannover, Ralf Meister, hat Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen in der Kirche eingeräumt und eine neue Form der Aufarbeitung versprochen. Anfangs habe er aus Respekt nur dann persönlichen Kontakt zu betroffenen Personen aufgenommen, wenn sie den Wunsch danach geäußert hätten. «Heute weiß ich: Das reichte nicht aus», sagte der Theologe der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung».
Inzwischen habe er mit einer Reihe von betroffenen Personen gesprochen, die auf ganz unterschiedliche Weise sexualisierte Gewalt erfahren hätten. Bei der Tagung der Landessynode im Herbst würden betroffene Personen erstmals ein direktes Rederecht erhalten, kündigte er an.
In den vergangenen eineinhalb Jahren seien mehr als 20.000 Menschen, die in der Kirche beruflich oder ehrenamtlich tätig seien, in Präventionskursen geschult worden. Zudem habe man die Fachstelle Sexualisierte Gewalt personell verdoppelt und professionalisiert.