Rund ein Jahr nach der Veröffentlichung der ersten bundesweiten Missbrauchsstudie zu sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche sieht Landesbischof Ralf Meister Fortschritte bei der Prävention. In den 47 Kirchenkreisen der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover seien inzwischen Schutzkonzepte erarbeitet worden, sagte Meister der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Das sei ein entscheidender Schritt. «Es hat sich deutlich etwas verändert, wir sind auf dem Weg – auch wenn wir nach zwölf Monaten Aufarbeitung und Veränderung noch nicht am Ziel sind. Unser Ziel, eine sichere Kirche zu sein, ist eine Aufgabe, an der wir immer weiter arbeiten müssen.»
Der 63 Jahre alte Theologe sagte der Zeitung weiter, er danke den vielen Tausend ehrenamtlichen und angestellten Mitarbeitern, die an den Schutzkonzepten arbeiteten und sich schulen ließen. Auch die Zuständigkeiten innerhalb der Landeskirche seien klarer aufgestellt worden, sagte Meister. «Wir arbeiten weiter daran, auf allen Ebenen unserer Landeskirche Strukturen auf- oder auszubauen für Prävention, Intervention und Hilfe, um sexualisierte Gewalt zu bekämpfen und betroffenen Personen Hilfsangebote zu machen.»