Der «föderale Flickenteppich» der evangelischen Kirche hemmt nach Ansicht einer Opfer-Sprecherin schnelle Fortschritte für die Betroffenen sexualisierter Gewalt. Ein einheitliches Verfahren für Betroffene bei Landeskirchen und Diakonie sei das große Ziel, die Leitungsebene müsse das aber «umsetzen wollen», sagte Nancy Janz, die Sprecherin der Betroffenen im Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt der Evangelischen Kirche in Deutschland.
Die Umsetzung der sogenannten Anerkennungsrichtlinie mit Verbesserungen für Betroffene liege nun in der Verantwortung der Landeskirchen und Landesverbände der Diakonie - was «schwierig» und «zermürbend» sei. Es sei ein «riesengroßer Verwaltungsapparat», in dem es lange dauere, bis Veränderungen von oben nach unten weitergegeben werden. «Das hat viel mit Haltung zu tun», betonte sie. «Da ist deutlich Nachbesserungsbedarf.» Janz hatte unlängst ihren Rücktritt angekündigt.