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Neues Smartphone gekauft? Darauf sollte man beim passenden Mobilfunktarif achten

Frau mit Smartphone in der Stadt
Surfen, Streamen, Navigieren – wer den eigenen Datenverbrauch kennt, findet leichter den passenden Tarif. / Foto: magnific.com

Ist das neue Smartphone eingerichtet und im Alltag angekommen, zeigt sich oft schnell, ob auch der bisherige Mobilfunktarif noch zum eigenen Nutzungsverhalten passt. Viel Datenvolumen klingt zunächst attraktiv, doch ebenso wichtig ist, ob das Netz an den häufig genutzten Orten zuverlässig funktioniert und die Vertragsbedingungen zum eigenen Bedarf passen, ohne unnötige Zusatzkosten zu verursachen.

Vor dem Abschluss empfiehlt sich deshalb ein genauer Blick auf die bisherigen Gewohnheiten. Entscheidend ist weniger der größtmögliche Leistungsumfang als die Frage, ob das Angebot zur tatsächlichen Nutzung passt.

Den eigenen Datenverbrauch realistisch einschätzen

Ein guter Ausgangspunkt für die Tarifwahl ist der bisherige Datenverbrauch. Dieser lässt sich bei vielen Smartphones direkt in den Einstellungen oder über die App des bisherigen Mobilfunkanbieters überprüfen.

Menschen, die unterwegs hauptsächlich Messenger und E-Mails nutzen oder gelegentlich im Internet surfen, kommen meist mit weniger Daten aus. Deutlich höher kann der Verbrauch ausfallen, wenn regelmäßig Videos gestreamt werden oder das Smartphone unterwegs als Hotspot dient. Besonders Bewegtbild kann das verfügbare Datenvolumen vergleichsweise schnell aufbrauchen.

Die WLAN-Nutzung spielt ebenfalls eine Rolle. Besteht zu Hause, am Arbeitsplatz und an häufig besuchten Orten meist eine WLAN-Verbindung, fällt der mobile Verbrauch oft geringer aus.

Welcher Nutzertyp passt zum eigenen Alltag?

  • Wenig-Nutzer: Messenger, E-Mails, Navigation und gelegentliches Surfen stehen im Vordergrund. Ein großes Datenpaket ist hier oft unnötig.
  • Normal-Nutzer: Social Media und Musikstreaming gehören regelmäßig zur mobilen Nutzung. Etwas Reserve kann sinnvoll sein.
  • Viel-Nutzer: Videostreaming, Hotspot-Nutzung oder mobile Arbeit sorgen meist für einen deutlich höheren Datenbedarf.

Ein kleiner Puffer ist trotzdem sinnvoll, denn der Bedarf kann sich mit der Zeit verändern – etwa durch intensiveres Streaming oder eine stärkere mobile Nutzung auf Reisen.

Netzabdeckung ist wichtiger als theoretische Höchstgeschwindigkeit

Höchstgeschwindigkeit ist nicht alles – entscheidend ist ein stabiler Empfang an den Orten, die im Alltag wirklich zählen. / Foto: magnific.com

Ein Tarif mit hoher maximaler Geschwindigkeit bringt wenig, wenn am eigenen Wohnort oder auf regelmäßig gefahrenen Strecken kein ausreichend gutes Netz verfügbar ist. Deshalb lohnt sich bereits vor Vertragsabschluss ein Blick auf die Versorgung an den Orten, die im Alltag wichtig sind.

In Deutschland erfolgt die mobile Datenübertragung inzwischen überwiegend über LTE und 5G. Moderne Smartphones unterstützen 5G in der Regel bereits. Damit sie davon profitieren, müssen jedoch sowohl der gewählte Tarif als auch das verfügbare Netz die Technik unterstützen.

Für den Alltag zählt weniger die theoretisch mögliche Spitzengeschwindigkeit als eine stabile Verbindung. Neben den Karten der Mobilfunkanbieter bietet das Mobilfunk-Monitoring der Bundesnetzagentur eine zusätzliche Orientierung. Die Karte bildet vor allem die prognostizierte Versorgung im Außenbereich ab. In Gebäuden oder auf einzelnen Strecken kann die tatsächliche Empfangsqualität deshalb davon abweichen.

Welche Vertragslaufzeit passt zur eigenen Nutzung?

Bei der Entscheidung spielt außerdem die Vertragsform eine wichtige Rolle. Klassische Laufzeitverträge eignen sich für Menschen, die ihren Tarif länger nutzen möchten und Wert auf klar definierte monatliche Leistungen legen. Die anfängliche Vertragslaufzeit darf dabei höchstens 24 Monate betragen. Verlängert sich der Vertrag danach automatisch, kann er mit einer Frist von einem Monat gekündigt werden.

Prepaid kann interessant sein, wenn eine möglichst direkte Kostenkontrolle gewünscht wird. Wer sich dagegen nicht länger binden möchte, findet auch Tarife mit kurzer Kündigungsfrist, die sich leichter an einen veränderten Bedarf anpassen lassen.

Bei der Preisbewertung sollte zudem der Abrechnungszeitraum berücksichtigt werden. Ein Tarif, der alle vier Wochen berechnet wird, führt innerhalb eines Jahres zu 13 Abbuchungen. Bei monatlicher Abrechnung sind es zwölf.

Tarifleistungen genauer vergleichen

Sind Datenbedarf und gewünschte Vertragsform geklärt, geht es an den eigentlichen Tarifvergleich. Der monatliche Grundpreis allein sagt dabei wenig darüber aus, wie gut ein Angebot zum eigenen Nutzungsverhalten passt. Deshalb lohnt es sich, verschiedene Mobilfunktarife anhand ihrer enthaltenen Leistungen zu vergleichen.

Merkmal Warum wichtig? Worauf achten?
Datenvolumen Bestimmt die mobile Nutzung mit hoher Geschwindigkeit Am bisherigen Verbrauch plus etwas Reserve orientieren
Netzabdeckung Entscheidet über die Nutzbarkeit im Alltag Wohnort und häufig genutzte Strecken prüfen
5G Kann höhere Geschwindigkeiten und mehr Netzkapazität ermöglichen Verfügbarkeit im Tarif und vor Ort beachten
Vertragslaufzeit Beeinflusst die Flexibilität Kündigungsfrist und Mindestlaufzeit prüfen
Drosselung Wird nach Verbrauch des Datenvolumens relevant Geschwindigkeit nach Erreichen des Limits ansehen
Roaming Spielt vor allem auf Reisen eine Rolle Konditionen für das jeweilige Reiseland prüfen


Datenvolumen, Netzabdeckung, Laufzeit und Roaming: Wer Tarife anhand ihrer Leistungen vergleicht, findet das Angebot, das zum eigenen Alltag passt. / Foto: magnific.com

Je nach Nutzung können darüber hinaus Telefonie- und SMS-Flatrates oder Zusatzkarten für weitere Personen interessant sein. Im EU-Ausland sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen, Moldau und der Ukraine gilt bei vorübergehenden Reisen grundsätzlich „Roam like at home“. Telefonie, SMS und mobile Daten werden dabei zu den Konditionen des heimischen Tarifs genutzt, wobei für das Datenvolumen je nach Tarif Fair-Use-Grenzen gelten können. Für andere Reiseländer sollten die Roaming-Konditionen vorab geprüft werden, da dort deutlich höhere Kosten entstehen können.

Das neue Smartphone kann den Bedarf verändern

Mit einem neuen Gerät verändert sich häufig auch die Nutzung. Ein größeres Display macht das Videostreaming unterwegs attraktiver. Hochauflösende Fotos und Videos können zusätzliches Datenvolumen beanspruchen, wenn ihre automatische Cloud-Sicherung auch über mobile Daten aktiviert ist. Dadurch kann ein Tarif, der beim alten Gerät noch ausreichend war, plötzlich knapper bemessen sein.

Ein Blick auf den Datenverbrauch in den ersten Monaten zeigt, ob der gewählte Umfang tatsächlich zum neuen Nutzungsverhalten passt. Bleibt regelmäßig viel Volumen übrig, könnte künftig ein kleineres Paket genügen. Wird die Grenze dagegen häufig erreicht, kann mehr Inklusivvolumen die bequemere Wahl sein.

Vor Vertragsabschluss kurz prüfen

  • Wie hoch war der mobile Datenverbrauch in den vergangenen Monaten?
  • Welches Mobilfunknetz nutzt der Tarif – und ist es an den wichtigsten Aufenthaltsorten sowie auf häufig gefahrenen Strecken gut verfügbar?
  • Wird monatlich oder im Vier-Wochen-Rhythmus abgerechnet?
  • Was passiert nach Verbrauch des enthaltenen Datenvolumens?
  • Welche Laufzeit und Kündigungsfrist gelten?
  • Sind für Reisen oder Zusatzkarten weitere Leistungen erforderlich?

Der passende Mobilfunktarif richtet sich damit weniger nach möglichst großen Zahlen als nach den eigenen Gewohnheiten. Stimmen Datenbedarf, Netzqualität und Vertragsbedingungen mit dem Alltag überein, kann das neue Smartphone unterwegs genau das leisten, wofür es angeschafft wurde.