Trotz steigender Einnahmen stehen die Städte und Gemeinden in Niedersachsen weiter unter finanziellem Druck. Im vergangenen Jahr lag ihr Haushaltssaldo bei minus 450 Euro je Einwohner, wie aus einer Befragung von Kämmereien im Auftrag der Förderbank KfW hervorgeht. Das ist schlechter als im Bundesdurchschnitt mit minus 413 Euro.
Dabei entwickelten sich die Einnahmen und Ausgaben in Niedersachsen günstiger als im Bund. Die Einnahmen stiegen um 5 Prozent, die Ausgaben um 4,2 Prozent. Bundesweit legten die Einnahmen um 4,1 Prozent zu, während die Ausgaben um 5,6 Prozent stiegen. Für das laufende Jahr bewerten 70 Prozent der Kämmereien in Deutschland ihre Finanzlage als negativ.
Die angespannte Haushaltslage erschwert Investitionen in die kommunale Infrastruktur. Zwar erhöhten die niedersächsischen Kommunen ihre Ausgaben für Baumaßnahmen im vergangenen Jahr um 8,5 Prozent und damit stärker als im Bundesdurchschnitt. Mit 441 Euro je Einwohner liegen die Bauausgaben im Land jedoch weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.