Niedersachsen rechnet von April bis September mit 21.000 weiteren Geflüchteten, die in Kommunen im Land untergebracht und versorgt werden müssen. Das teilte das Innenministerium in Hannover am Mittwoch mit. Jede Kommune im Land habe nun eine Aufnahmeverpflichtung und könne diese zur Planung von Unterbringungsmöglichkeiten nutzen.
Das Ministerium wies darauf hin, dass es sich bei der Zahl um eine Prognose handelt, die den jeweiligen Kommunen als Einschätzung für die kommenden Monate dienen soll. Es sei möglich, dass unvorhersehbare Änderungen der Zugangs- und Verteilsituation eintreten.
Innenministerin Daniela Behrens (SPD) sagte: «Die Kommunen werden durch die nach wie vor hohen Zugangszahlen auch weiterhin großen Belastungen ausgesetzt sein.» Man tue alles, um sie bei der Bewältigung der Lage zu unterstützen. Etwa 5500 Plätze in der Landesaufnahmebehörde sind der Ministerin zufolge derzeit belegt - das ist weniger als die Hälfte der Plätze.
Die Zahl der Asylsuchenden in Niedersachsen ist im vergangenen Jahr auf den höchsten Wert seit 2016 gestiegen. Laut Landesaufnahmebehörde wurden 2023 insgesamt rund 29.000 Asylanträge im Bundesland erfasst - etwa 6400 mehr als noch ein Jahr zuvor.