Seit Generationen verkleiden sich auf Borkum am Abend vor Nikolaus mehrere junge, unverheiratete Männer mit Masken, Schafsfellen und Vogelfedern als sogenannte Klaasohms. Im vergangenen Jahr wurde ein Teil des Brauchs, bei dem Frauen mit einem Kuhhorn auf den Hintern gehauen werden, verboten. Es hatte nach Berichten darüber Kritik aus ganz Deutschland gegeben. Aber an dem Fest selbst wollen die Borkumer festhalten.
Was ist überhaupt der Hintergrund für den Klaasohm-Brauch?
Um es vorwegzunehmen: Die Ursprünge dieses archaisch wirkenden Brauchs sind nicht bekannt. Auffallend sind aber die Bezüge zum Fest des heiligen Nikolaus am 6. Dezember. Da Nikolaus der Schutzpatron der Seefahrer war, hält Welf-Gerrit Otto, Leiter der Regionalen Kulturagentur bei der Ostfriesischen Landschaft, einen Zusammenhang für möglich. Auch auf der ostfriesischen Insel Juist werde das Nikolausfest gefeiert, dort unter Einbeziehung der Kinder. Dass sich im evangelischen Ostfriesland dieses ursprünglich katholische Nikolausfest erhalten habe, erkläre er sich mit dem Bezug zur Seefahrt, sagt Otto.