Mit dem Ort Bergen-Belsen verbinden Menschen weltweit die Verbrechen des Nationalsozialismus. In dem Lager in der Lüneburger Heide starb kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges die 15-jährige Jüdin Anne Frank, deren Tagebuch heute noch Schullektüre ist. Erstmals bietet die Gedenkstätte Bergen-Belsen an diesem Sonntag (14.30 Uhr) eine öffentliche Führung in russischer Sprache an. Darin geht es um «Vergessene Opfer» - so der Titel.
Gemeint sind Kriegsgefangene aus der Sowjetunion. Mehr als 20.000 wurden ab Juli 1941 hierher gebracht und zur Arbeit gezwungen - soweit sie dazu körperlich in der Lage waren. Unterkünfte gab es nicht genügend. Die Männer lebten auf freiem Feld und suchten Schutz in selbstgebauten Laubhütten und Erdhöhlen. Allein im Winter 1941/1942 starben mehr als 14.000 sowjetische Kriegsgefangene an Kälte, Hunger und Krankheiten.