Wo ist Fräulein Maria von Jever abgeblieben – die letzte selbstständige Herrscherin des friesischen Jeverlandes? Seit ihrem Tod vor 450 Jahren ist der Verbleib der mächtigen friesischen Häuptlingstochter unklar. Ein großes, öffentliches Begräbnis gab es nicht. Eine Legende lautet, Maria könnte in einem unterirdischen Gang verschwunden sein. Eine Lösung für das Rätsel vermuten Experten in einer Gruft, etwa 2,4 Meter tief unter dem Edo-Wiemken-Denkmal in der Stadtkiche von Jever. Dort soll Fräulein Maria begraben worden sein. Archäologen haben dort nun nachgesehen – und einiges gefunden.
Seit dem 18. Jahrhundert war die Gruft nicht mehr zugänglich, nun ist sie freigelegt: Ein gemauertes Portal bildet den Eingang in die etwa drei Quadratmeter große Kammer mit einem weiß gekachelten Gewölbe. Aufrecht stehen kann man wegen der niedrigen Höhe in der Gruft nicht. Zudem sind dort acht Kanteisen eingesetzt. «Da standen fünf Särge auf diesen Kanteisen», erzählt Jana Esther Fries, Referatsleiterin für das Regionalreferat Oldenburg beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege von der Untersuchung der Gruft in den vergangenen Tagen. So erhöht sollten die Särge wohl vor der Witterung am Boden geschützt werden.