Tierisches Vergnügen - Pferd, Dackel und Katze im Museum
Ob Dackel auf Leinwand, Katzen-Mumien oder Seehunde im Becken: Mehrere Ausstellungen in Bremen und Niedersachsen laden zu Begegnungen mit Vierbeinern, Flossenträgern und Federtieren ein. Manche Tiere sind kunstvoll gerahmt, andere präpariert oder schwimmen im Wasser. Tipps für ein tierisches Vergnügen: Wackeldackel auf der Hutablage, Olympia-Maskottchen Waldi oder Sausage Dog auf Instagram: Kaum ein Hund wird in Deutschland so oft dargestellt wie der Dackel. Die Kunsthalle Bremen widmet ihm bis 28. März 2027 eine Sonderausstellung. Rund 120 historische und aktuelle Werke zeigen den Weg des Dackels vom Jagdhund zur Trendfigur. Zu sehen sind auch Stars wie Pablo Picasso mit seinem Atelierdackel Lump, Andy Warhol mit Archie und David Hockney mit Stanley und Boodgie. Für Besuche mit Vierbeinern gibt es eigene Termine: donnerstags von 12.00 bis 18.00 Uhr den Dackel-Donnerstag und samstags von 12.00 bis 16.00 Uhr den Sausage-Dog-Saturday. Wer mit seinem treuen Begleiter kommt, braucht vorab ein Ticket. Im Übersee-Museum Bremen bekommt die Katze bis 30. Mai 2027 ihre große Bühne. Der Empfang ist ein Statement: Eine lauernde Katze wartet vor einem Mauseloch. Danach geht es durch Regenwald und Savanne, vorbei an ausgestopften Wildkatzen, die auf Knopfdruck schnurren oder brüllen. Die Schau spannt den Bogen von Mumien aus Ägypten über Löwensiegel in China bis zu den Winkekatzen «Maneki-neko». Im flauschigen Kino laufen Anime-Ausschnitte mit Katzen in der Hauptrolle, im «Cat Club» wird unter Discokugeln zu Katzen-Hits getanzt. Zwei Künstler, ein Zoo: Max Slevogt und Candida Höfer blicken im Landesmuseum Hannover aus verschiedenen Perspektiven auf den Tierpark. Slevogt löst die Käfiggitter malerisch auf, sodass dass das Tier im Mittelpunkt steht. Höfer macht mit ihren Fotografien Architektur und Barrieren zum Hauptmotiv. Im Dialog mit der naturkundlichen Sammlung des Hauses stellt die Ausstellung in Hannover bis 27. Juni 2027 eine Frage: Wie verändert sich unser Blick, wenn wir dasselbe Motiv durch unterschiedliche Augen sehen? In der Dauerausstellung im Landesmuseum Hannover können Besucher auch 3.350 lebenden Tieren nahekommen. Die Reise beginnt in den Wasserwelten mit über 200 Arten aus Kalt- und Warmwasser, Süß- und Salzwasser. Danach geht es über die Landwelten an die Küsten von der Nordsee bis zur Karibik und in den Amazonas. Unter anderem lassen sich zwei grüne Leguane und mehrere Bartagamen beobachten, dazu gibt es ein Plateosaurus-Skelett und eine Voliere mit rund 80 Vögeln zu sehen. Auch die Tiefsee, einer der geheimnisvollsten Orte der Erde, gehört zu dieser Reise. Im Schifffahrtsmuseum Bremerhaven segeln Tiere bis 17. Mai 2027 mit: Katzen, Hunde, Affen und Vögel waren schon immer Teil der Crew, als Reisebegleiter, Handelsware oder ungebetene blinde Passagiere. Zu den heimlichen Stars zählen der Dackel Puppchen und das Äffchen Hannes - sie gehörten zur Besatzung des deutschen Forschungsschiffs «Meteor» 1925 bis 1927 und sind heute Leitfiguren im Museum. Kapitänstagebücher berichten sogar von Schildkrötenrennen an Deck. Höhepunkt ist die «Tierisch Lange Nacht» am 14. November. Die kleine Raupe Nimmersatt kennt fast jedes Kind, doch die meisten wissen kaum etwas über die frühen Entwicklungsstadien von Tieren. Dabei verbringen viele Tiere den größten Teil ihres Lebens als Larve - und das Staatliche Naturhistorische Museum Braunschweig widmet Larven noch bis zum 29. November eine eigene Ausstellung. Vergrößerte 3D-Modelle holen die kleinen Lebewesen ins Rampenlicht, egal ob sie in Holz verborgen oder tief im Ozean zu Hause sind. Die Ausstellung zeigt, warum das Verhalten der Larven oft verblüffend ist. Im Aquarium Wilhelmshaven tummeln sich Schildkröten, Rochen und Pinguine. Als Highlight gilt das Nordseewasser-Becken der Seehunde Paul, Piet und Ole. Auch Plattfische, Katzenhaie und Hummer leben im Aquarium Wilhelmshaven. Und ebenso gibt es dort ein tropisches Meerbecken: Haie sind zu sehen, zwischen Korallenriffen ziehen Schwärme an farbenfrohen Fischen vorbei. Auch über Wasser wird es spannend: In der Tropenhalle klettern Zwergseidenäffchen von Ast zu Ast, Gürteltiere flitzen umher. Neu eingezogen sind die Faultiere. Fischig wird es auch in einer Sonderausstellung im Heimatmuseum Leer: Bis zum 10. Januar gibt es dort Einblicke in die Heringsfischerei an Leda und Ems. Der Leeraner Hafen war jahrzehntelang Arbeitsplatz, Treffpunkt und Zukunftsversprechen, in der Hochphase arbeiteten in der Region fast 1.000 Menschen, um das «Silber des Meeres» zu fangen. Die Ausstellung zeigt aber auch den Wandel: Absatzkrisen, Preisverfall und ausbleibende Heringsschwärme setzten der Branche in den späten 1950er-Jahren zu. Im Pferdeland Niedersachsen wartet eine ehemalige Kavalleriekaserne mit 1.600 Quadratmetern Ausstellungsfläche - die Reise im Pferdemuseum in Verden beginnt beim fuchsgroßen Urpferdchen vor 55 Millionen Jahren und führt über die Streitwagen der Antike bis zu den Ritterturnieren des Mittelalters. Das Museum bietet Ritter-Workshops und Kutschfahrten. Forschende finden in der Hippologischen Bibliothek 18.000 Titel vom frühen 16. Jahrhundert bis heute. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenDer Dackel - eine Ikone geht Gassi
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