Mehrere Tausend Briefe erreichen den Nikolaus jedes Jahr in Garrel im Landkreis Cloppenburg. Für die meisten gibt es eine vorgedruckte Karte als Antwort. Manche Briefe sind aber so bewegend, dass sie eine persönliche Antwort erhalten, erzählt Hubert Weddehage, der seit Jahrzehnten ehrenamtlicher Leiter des Nikolausbüros in Nikolausdorf ist. Kinder berichteten etwa vom Tod ihrer Oma, der Krankheit ihrer Mama oder von Krieg und Armut. Die meisten aber teilten einfach ihre konkreten Weihnachtswünsche mit.
Diese Briefe, die in diesen Tagen wieder vielfach an den Nikolaus in 49681 Nikolausdorf geschickt werden, landen bei dem 72-Jährigen zu Hause. Sie kommen nicht nur in der Adventszeit, sondern das ganze Jahr über. «Bis Mitte November waren es schon 500», sagt Weddehage, der lange als Steuerberater gearbeitet hat.
Der Postbote weiß, wo er sie hinbringen muss. Weddehage leitet das Nikolausbüro im örtlichen Pfarrheim, in dem bis zu 20 Helferinnen und Helfer jedem Absender einen Gruß samt Sonderstempel der Deutschen Post zurückschicken. «Wir haben eine gute Truppe», sagt Weddehage, der bereits sein ganzes Leben in dem 1.200-Seelen-Ort im Landkreis Cloppenburg lebt. «Für uns gehört das zur Adventszeit dazu.» Aber individuelle Antworten sind bei der Masse nicht auf jeden Brief möglich.