Vor der Gedenkfeier zum 80. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen wächst Protest gegen die Auswahl der Redner. «Von einigen Seiten sind jetzt Protestaktionen im Zusammenhang mit der Gedenkveranstaltung angekündigt worden», teilte die niedersächsische Staatskanzlei mit. Für die Gedenkzeremonie am Sonntag seien nicht primär Verbände, sondern einzelne Überlebende um Wortbeiträge gebeten worden.
Die Organisation der Bergen-Belsen-Überlebenden in Israel wirft den Veranstaltern vor, ihren Verband zu boykottieren. Ein Vertreter dürfe bei der Feier nicht reden, kritisierte der Vorsitzende der Organisation, Arie Olewski. Bergen-Belsen werde zum ersten Mal seit 80 Jahren aus politischen Gründen entweiht. Nach Angaben der Staatskanzlei will Olewski unter anderem kritische Schilder am Eingang der Gedenkstätte aufhängen.